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Wundertüte OHV

Erstellt von Silke Meyer, On-Digital vom 24.11.2017 | |   1. Herren

Trainer Arek Blacha muss seine Mannschaft gegen Volmetal ziemlich umkrempeln und ist gespannt, was am Ende herauskommt

Aurich. Es ist wie verhext. So langsam nehmen die verletzungsbedingten Ausfälle im Drittligateam des OHV Aurich obskure Züge an. Und doch muss es weitergehen. Irgendwie. Entsprechend abenteuerlich verspricht das Auftreten der Auricher am Sonntag zu werden, wenn sie um 17 Uhr in der Sparkassen-Arena auf den punktgleichen TuS Volmetal treffen. 

„Viele Spieler werden ihre angestammten Positionen verlassen“, sagt OHV-Trainer Arek Blacha. Er ist inzwischen aber positiver gestimmt als noch Anfang der Woche. Denn als sich auch noch Tim Stapenhorst verletzt hatte, schien es, als würde es schwer werden, überhaupt eine Mannschaft für das Spiel gegen den TuS Volmetal auf die Beine stellen zu können. Da wusste Blacha aber noch nicht um die Rückkehr von Jonas Schweigart, dessen Fußverletzung sich als weniger schwer herausgestellt hat als zunächst angenommen. 

Darüber hinaus bekommt das Drittligateam Unterstützung von zwei Spielern des MTV Aurich: Jannick Neumann und Arne Tuinmann. Sie gehören zum A-Jugend-Team, das in einer Spielgemeinschaft mit dem OHV in der Landesliga antritt. „Wir haben beiden bis zum 8. Dezember die Freigabe erteilt“, sagte MTV-Vorsitzender Wilfried Theessen. 

„Das ist eine fantastische Sache“, sagte Blacha. Zwar ist die 3. Liga für Neumann und Tuinmann eine ganz andere Handball-Welt. Aber mit den beiden eröffneten sich für Blacha schon mal im Training ganz andere Möglichkeiten. Verloren sich die verbliebenen Drittligaspieler zuletzt ja nahezu in der großen Sparkassen-Arena, konnte Blacha so wenigstens mit acht Feldspielern trainieren. Den eigentlichen Torwart Frederik Möhlmann mit eingerechnet. „Da war es möglich, einige Sachen zu probieren. Mehr Spieler sorgen zudem auch für mehr Leben“, so Blacha. Gegen Volmetal werde auf jeden Fall eine voll motivierte Gruppe von Spielern in die Partie gehen können. 

Voraussichtlich wieder, so wie schon vor einer Woche gegen die HSG Krefeld, mit Möhlmann als Feldspieler. Klar, lieber ist ihm die Position im Tor. „Aber in solch einer Lage muss man sich einfach in den Dienst der Mannschaft stellen“, sagt Möhlmann. Die Situation ist nun mal so, wie sie ist. 

Die Auricher treffen mit dem TuS Volmetal auf eine Mannschaft, die zwar genau so viele Pluspunkte auf dem Konto hat wie sie selber (neun), aber mit einer Niederlage mehr den drittletzten Tabellenplatz belegt. Diese Situation ist für die Volmetaler nicht neu. In der vergangenen Saison belegten sie am Ende diesen Platz und schafften dann über die Relegation den Verbleib in der 3. Liga. Am vergangenen Sonntag sicherten sie sich beim Schlusslicht ATSV Habenhausen noch einen Punkt, nachdem die Partie für sie eigentlich schon verloren schien. 62 Sekunden vor Schluss lagen sie mit zwei Toren zurück (36:38), verkürzten 21 Sekunden vor Schluss auf 37:38 und trafen mit dem Schlusspfiff zum Ausgleich. 

Blacha beschäftigt sich zwar auch mit dem Gegner, investiert aber mehr Zeit in seine umgekrempelte Mannschaft, die etwas von einer Wundertüte hat. Denn in der Zusammensetzung, wie sie am Sonntag auflaufen wird, hat sie noch nie gemeinsam gespielt. 

Das verspricht Spannung in jeder Beziehung. Auch für die Zuschauer, die schon oft als achter Mann zum erfolgreichen Abschneiden des OHV beigetragen haben. 

Auf ihre Unterstützung hofft die Mannschaft auch diesmal. 

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Das Nachsehen soll der Gegner haben, wenn die Auricher (mit Ball Michael Schröder) am Sonntag gegen den TuS Volmetal antreten. Foto: Wolfenberg