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Verletzungsgeplagt und ohne Glück

Erstellt von Silke Meyer, ON-Digital vom 27.11.2017 | |   1. Herren

Umgekrempelte Mannschaft des OHV kassiert gegen den TuS Volmetal in letzter Minute eine bittere Niederlage

 

Aurich. Vom Verletzungspech verfolgt und dann auch noch kein Glück im Spiel: Mit 25:26 Toren haben die personell gebeutelten Drittliga-Handballer des OHV Aurich gegen den bis dahin punktgleichen TuS Volmetal eine bittere, eine ärgerliche Niederlage kassiert. Die Enttäuschung stand allen ins Gesicht geschrieben. 

Da fiel es Trainer Arek Blacha schwer, Worte zu finden. Denn vorwerfen konnte er keinem Spieler etwas. Alle hatten sich bemüht, das umzusetzen, was er mit ihnen in drei Einheiten trainiert hatte. Denn mehr waren es nicht, die ihm blieben, um eine gezwungenermaßen umgekrempelte Mannschaft auf das Spiel vorzubereiten. 

Mit dem eigentlichen Linksaußen Karlo Oroz als Spielgestalter. Mit dem eigentlichen Kreisläufer Nils Goepel im Rückraum. Mit dem eigentlichen Torwart Frederik Möhlmann als Abwehrspieler. Zwar konnte Blacha Jonas Schweigart einsetzen, der vor einer Woche im Spiel bei der HSG Krefeld fußverletzt ausgeschieden war. So frei wie sonst konnte Schweigart aber nicht aufspielen. Dass angesichts dieser Konstellation nicht alles zusammenpasste, war nur die logische Konsequenz. 

Für Oroz spielte Jannik Dallügge auf der linken Außenseite, gehörte erstmals zur Anfangsformation und verdiente sich gute Noten. 

Zum Kader gehörte auch Tim Stapenhorst, der sich im Training zwar nicht, wie zunächst befürchtet, den Fuß gebrochen hatte, aber einen Bänderriss zugezogen hatte. Er kam nicht zum Einsatz. Ebenso nicht die beiden A-Jugendlichen des MTV Aurich, Arne Tuinmann und Jannick Neumann, die angesichts der personellen Notlage kurzfristig aushelfen. 

Mit Paul Jordan gehörte nur ein gestandener Rückraumspieler zum OHV-Team. Der machte ein klasse Spiel und konnte sich am Ende doch nicht drüber freuen. Zu sehr nagte der verworfene Siebenmeter in der 58. Minute, mit dem er zum 25:24 für den OHV hätte treffen können. Doch Manuel Treude im Tor der Volmetaler hielt den Strafwurf. 

Stattdessen erzielten die Gäste im Gegenzug das 25:24. Die Auricher steckten nicht auf, glichen postwendend durch Josip Crnic zum 25:25 aus. 

Symptomatisch für die derzeitige Lage des OHV waren die Aktionen in der Schlussminute. Während den Volmetalern mit einem Sonntagstreffer von Roman Warland 40 Sekunden vor Schluss ins obere linke Toreck das 26:25 gelang, kein Blatt Papier hätte mehr dazwischengepasst, unterlief Schweigart Sekunden vor dem Ende ein Abspielfehler. 

Weder ihm noch allen anderen im Team war aber ein Vorwurf zu machen. Die Auricher hatten das Beste aus ihren extrem begrenzten Möglichkeiten gemacht. 

„Am Ende hat die Spritzigkeit gefehlt“, sagte Blacha. Und ein abgezockter Spieler. Denn keiner im jungen Auricher Team ist bereits so abgebrüht, dass er in solch einer kribbeligen Situation kühlen Kopf behält. „Am Ende musste einer die Entscheidung treffen. Und es war nicht die richtige“, sagte Blacha. Ebenso weh taten am Ende aber auch die insgesamt drei Siebenmeter, die die Auricher vergaben. 

Zur Halbzeit hatten sie 11:13 zurückgelegen. In der Pause hatte Blacha seiner umformierten Mannschaft noch Mut gemacht. Sie gelobt für den Auftritt bis dahin. Und Mitte des zweiten Spielabschnitts sah es auch so aus, als sollte die Partie ein gutes Ende nehmen. Da führte der OHV 20:17. In einer wirren Phase aber, in der Schlussmann Youri Denert eine Zeitstrafe erhielt, Möhlmann deshalb doch in seine Torwartkluft steigen musste, drehten die Volmetaler die Partie. 

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Paul Jordan, der einzige gestandene Rückramspieler im Team des OHV, setzte 60 Minuten gegen den TuS Volmetal Akzente.
Die personelle Not im Team des OHV Aurich war erneut so groß, dass der eigentliche Torwart Frederik Möhlmann (links) als Abwehrspieler aushelfen musste. Fotos: Wolfenberg
Auf der Bank des OHV fieberten der verletzte Tim Stapenhorst (von links) und die beiden A-Jugendlichen vom MTV Aurich, Jannick Neumann und Arne Tuinmann, mit dem Team.