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Ein Handballer zwischen den Gefühlen

Erstellt von Silke Meyer, ON-Digital vom 04.12.2017 | |   1. Herren

Viele Jahre hat Jannes Hertlein im Trikot des OHV gespielt – jetzt trat er gegen seine ehemaligen Mannschaftskollegen an

sm Aurich. Es war schon ein ungewohntes Bild: Jannes Hertlein im hellblauen Trikot. Noch nie zuvor hat er ein anderes als in den rot-schwarzen Farben des OHV Aurich getragen. In dieser Saison aber gibt er berufsbedingt ein Gastspiel beim Leichlinger TV und trat damit am Sonnabendabend in der Sparkassen-Arena gegen seine ehemaligen und bald wieder Teamkollegen an. Denn in der nächsten Spielserie gehört der 2,06-Meter-Mann wieder zur Auricher Mannschaft. 

Am Sonnabend aber hat sich OHV-Trainer Arek Blacha über Hertlein sehr geärgert, wie er im Rahmen der Pressekonferenz mit einem verschmitzten Lächeln bemerkte. Denn so, wie Hertlein die Jahre im Team des OHV ganze Arbeit geleistet hatte, setzte er die bei den Leichlingern fort und bereitete den Aurichern Probleme. „Wenn er zurückkommt, werde ich mich revanchieren“, kündigte Blacha an. Klar, nicht ganz ernst gemeint. 

Leichlingens Trainer Frank Lorenzet nahm den Faden auf: „Ich kann ihn schon nächste Woche bestrafen, wenn du möchtest.“ 

Mit dem Spaß beiseite sagte Lorenzet aber auch, dass er Hertlein gerne bei sich in der Mannschaft aufgenommen habe: „Er ist ein absoluter Glücksgriff. Sportlich, aber vor allem auch menschlich, obwohl er ein bisschen ruhiger ist. Aber er passt super in unsere Mannschaft, auch wenn es nur für ein Jahr ist. Aber das war uns ja von vornherein klar. Er macht einen super Job.“ 

Und an die Adresse von Blacha gewandt, ist sich Lorenzet sicher, dass Hertlein dem OHV in der neuen Saison vernünftig weiterhelfen wird. 

Für Hertlein war es einfach nur ein schönes Gefühl, wieder in der Auricher Arena auflaufen zu dürfen: „Auch wenn es in der anderen Mannschaft war.“ 

Dass für die favorisierten Leichlinger am Ende ein Sieg stehen würde, war für sie nicht selbstverständlich. „Die Auricher haben uns in der Abwehr gut ins Laufen gekriegt“, sagte Hertlein. „Es gibt im Sport genug Dinge, die passieren können“, sagte Lorenzet. Seine Mannschaft habe zwar keine Glanzleistung gezeigt: „Aber wir haben die Partie komplett dominiert, hatten Mitte der zweiten Halbzeit zwar eine Schwächephase, haben das Spiel aber nach hinten raus ordentlich nach Hause gebracht.“ Der OHV habe aus seinen Möglichkeiten sehr viel gemacht und gekämpft bis zum Schluss. 

Lorenzet drückt jetzt die Daumen, dass die Auricher in dieser Saison nicht noch in Bedrängnis kommen. Mit der Niederlage sind sie auf den drittletzten Tabellenplatz gerutscht. „Wir kommen gerne nach Aurich. Wegen der Arena, aber auch wegen der netten Menschen hier. Das ist nicht überall so“, so der Leichlinger Trainer und verabschiedete sich mit den Worten: „Bleibt bitte in der 3. Liga.“ 

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Jannes Hertlein im Leichlinger Team verschaffte sich immer wieder Freiräume und tauchte dann in voller Größe vor OHV-Torwart Youri Denert auf.