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Viel Lob, aber keine Punkte

Erstellt von Silke Meyer, ON-Digital vom 04.12.2017 | |   1. Herren

OHV engagiert sich gegen Leichlingen im Rahmen seiner personellen Möglichkeiten bis zum Schluss und verliert doch deutlich

Aurich. Das kommt auch nicht so häufig vor: Eine Mannschaft verliert und wird mit anerkennendem Beifall von den Fans verabschiedet. So geschehen am Sonnabendabend in der Sparkassen-Arena. Mit 25:33 Toren unterlagen die Drittliga-Handballer des OHV Aurich im letzten Heimspiel des Jahres gegen den Leichlinger TV, hatten sich aber im Rahmen ihrer personellen Möglichkeiten mit enormem Engagement gegen den Favoriten achtbar aus der Affäre gezogen. Da tat am Ende die Resonanz gut. 

„Es ist unglaublich, wie die Zuschauer hinter uns stehen. Einfach genial“, sagte OHV-Trainer Arek Blacha. 

Auf dem Spielprotokoll herrschten vor Beginn noch gleiche Voraussetzungen. Jede Mannschaft hatte 14 Spieler eingetragen. Allerdings mit dem Unterschied, dass sich der Kader der Leichlinger ausschließlich aus gestandenen Spielern von großer und kräftiger Statur zusammensetzte. 

Da konnte der OHV nicht mithalten. Die Auricher hatten sogar den Emsländer Alexander Kohl aktiviert, der in der Saison 2015/2016 zum Team gehörte. Er kam aber nicht zum Einsatz. Im Gegensatz zu den beiden A-Jugendlichen des MTV Aurich, die aufgrund der angespannten personellen Lage derzeit aushelfen. Sowohl Arne Tuinmann, der Ende der ersten Halbzeit erstmals Drittligaluft schnupperte, und Jannick Neumann in der Schlussphase der zweiten machten ihre Sache ordentlich. 

 

Leichlingen zeigt dem OHV deutlich die Grenzen auf 

„Aber es ist schwierig, die Verluste zu kompensieren. Leichlingen hat uns deutlich gezeigt, wo die Grenzen sind“, sagte Blacha. Und er merke schon, dass die Moral angeschlagen sei. „Aber es macht mich stolz, zu sehen, dass die Jungs trotzdem bis zur letzten Sekunde kämpfen.“ Der Beifall der Zuhörer bei der Pressekonferenz war auch da zumindest ein kleines bisschen Balsam. 

 

Blacha konnte, im Gegensatz zum Spiel der Vorwoche gegen den TuS Volmetal, wieder mit Tim Stapenhorst planen. Trotz dessen Fußverletzung. Ein dicker Tape machte einen Einsatz von Anfang an möglich. Stapenhorst war es auch, der in der zweiten Minute das erste Tor für den OHV zum 1:2 erzielte. Mit einem halbhohen Wurf überlistete er den Leichlinger Torwart. 

Würfe auf dieser Höhe sollten auch im weiteren Verlauf ein gutes Mittel bleiben, um zum Torerfolg zu kommen. Denn um die Leichlinger Abwehrrecken aus dem Rückraum zu überwinden, dafür waren die Auricher dem Gegner schlichtweg körperlich unterlegen. 

Als sich der Leichlinger Anfangsdampf gelegt hatte, nahm das Spiel der Auricher Fahrt auf. Zwischen der achten und 14. Minute machten sie aus einem 3:7 durch ein Tor von Paul Jordan und drei Treffer von den Außenpositionen, Karlo Oroz von der linken und zweimal Josip Crnic von der rechten Seite, ein 7:7. 

Als die Auricher dann aber zwischen der 16. und 19. Minute ihre Chancen nicht nutzten, verloren sie den Anschluss. Die Gäste setzten sich über 9:9 bis zur 24. Minute auf 15:9 ab und hatten damit die Zeichen auf Sieg gestellt. 

Die Auricher machten es ihnen aber nicht einfach. In der zweiten Halbzeit agierten sie mit einer offensiver eingestellten Abwehr und versuchten, mit einer Sonderbewachung die Kreise des beeindruckend aufspielenden Valdas Novickis einzuengen. Aber die Leichlinger waren insgesamt zu ausgeglichen stark besetzt, als dass sie keine Antwort auf diese Maßnahme gehabt hätten. 

„Ab und zu gab es ja Lichtblicke“, sagte Stapenhorst nach dem Spiel. „Jeder kämpft. Und wir lassen uns nicht niedermachen“, so der ebenfalls fußverletzte Jonas Schweigart. Am Ende schmerzten aber nicht nur ihre Füße, sondern piekte auch die Niederlage ganz gewaltig. 

„Entscheidend ist, dass wir deutlich verloren haben“, so auch Blacha. Und das tue weh: „Aber hoffentlich nicht zu lange.“ Denn am nächsten Freitag müssen die Auricher noch einmal ran. Bei der SG Menden. 

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Ein einjähriges Gastspiel gibt Jannes Hertlein (im hellblauen Trikot) in dieser Saison im Team des Leichlinger TV. Der langjährige OHV-Spieler traf damit auf seine ehemaligen Mannschaftskollegen und bereitete ihnen Probleme. Fotos: Wolfenberg