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Auricher lösen knifflige Aufgabe

Erstellt von Silke Meyer, On-Digital vom 20.03.2017 | |   1. Herren

OHV behält gegen den Minikader des SV Anhalt Bernburg, der das Beste aus seinen Möglichkeiten macht, die Oberhand

Aurich. Das Endergebnis war deutlich: Mit 34:27 Toren haben die Drittliga-Handballer des OHV Aurich gegen den SV Anhalt Bernburg gewonnen. Das Resultat lässt jedoch nicht erahnen, wie viel Mühe die Auricher dabei hatten. „Das war ein Arbeitssieg“, sagte OHV-Mannschaftskapitän Sven Seidler.

 

Dennoch war er stolz, dass nach solch einem Verlauf solch ein Ergebnis stand: „Früher hätten wir so ein Spiel aus der Hand gegeben. Aber die Mannschaft hat sich entwickelt.“ Die Auricher hatten ein Spiel, das lange eng war und in dem sich der Gegner mit aller Macht gegen die drohende Niederlage stemmte, nicht aus der Hand gegeben.

 

Die Bernburger machten es den Aurichern allein dadurch schwer, dass sie nur nur mit einem Mini-Aufgebot angetreten waren. Ohnehin schon personell knapp besetzt, sagten am Sonnabend auch noch vor der Abfahrt zwei Spieler krankheitshalber ab. Da blieb Trainer Armands Uscins lediglich ein Auswechselspieler.

 

Sein Kader war zwar klein, aber fein. Für die Bernburger konnte es nur darum gehen, das Tempo aus dem Spiel zu nehmen. Und Uscins trug mit seiner taktischen Maßnahme einer doppelten Manndeckung gegen Kevin Wendlandt und Wilke de Buhr sein übriges zum Spielverlauf bei. „Eine sehr gute Taktik“, wie OHV-Trainer Arek Blacha anerkannte. So hätten die Bernburger seiner Mannschaft Emotion und Kampfgeist genommen. Dabei hatte die sich doch so auf das erste Heimspiel nach vier Auswärtspartien gefreut und wollte ein schönes Spiel machen.

 

Stattdessen passte sie sich dem Spiel des Gegners an. „Sogar die Zuschauer waren ruhig“, war Blacha aufgefallen. Denen gestand er das auf der Pressekonferenz in launigen Worten auch zu: „Aber wir durften es nicht sein.“

 

In der ersten Halbzeit sei er sehr nervös gewesen, räumte Blacha ein. Ausgenommen beim 0:1 in der ersten und 2:3 in der sechsten Minute lag seine Mannschaft zwar nie zurück. Sie schaffte es aber auch nicht, sich abzusetzen. Immer wenn es schien, jetzt aber, trafen sie nicht. Und der Gegner kam wieder ran. Dass es für die Bernburger nicht zu mehr reichte, war auch ein Verdienst von Frederick Lüpke im Tor.

 

Blacha appellierte in der Halbzeitpause an seine Spieler, die Emotionen herauszuholen. Das gelang lange Zeit nicht. Bernburg machte weiter, wie Blacha es ausdrückte, viele tolle Sachen. „Bis zur 50. Minute haben wir gut mitgehalten“, lobte Uscins sein Team. Da führte der OHV lediglich mit drei Toren. Die Schlussphase sei dann eine Frage der Kraft gewesen, so der Bernburger Trainer.

 

Im Tor der Auricher stand da Frederik Möhlmann, der zum ersten Mal sechs Minuten nach seiner Einwechslung einen Ball aus dem Netz holen musste. Zwischen der 51. und 56. Minute hatten die Bernburger allerdings auch Pech mit drei Pfosten- beziehungsweise Lattentreffern gehabt. „Unsere Torhüter waren trotz der 27 kassierten Treffer die Besten“, sagte Blacha.

 

„Wir haben es dann doch noch geschafft, das Tempo anzuziehen“, so Seidler zur torreichen Schlussphase. Maßgeblich daran beteiligt war Josip Crnic. Pfeilschnell schloss er in der 53. Minute in Koproduktion mit Karlo Oroz einen Gegenstoß zum 29:23 ab. Es war Crnic‘ erster Einsatz als Feldspieler, da er grippegeschwächt in die Partie gegangen war. Es sollten noch drei weitere Tore von ihm folgen. Zuvor war er lediglich bei Siebenmetern angetreten und hatte alle sechs verwandelt. Auch wenn er sich über seine Leistung freute, wollte er die nicht in den Vordergrund stellen: „Wichtig ist die Mannschaft.“ Ein dickes Lob gab es von ihm auch für Tim Stapenhorst, seinem Vorlagengeber.

 

Bei aller Kritik war Blacha am Ende doch auch stolz auf seine Jungs: „Unser Sieg ist allerdings zu hoch ausgefallen.“ Das alles störte einen einsamen Bernburger Fan überhaupt nicht. Er stand von der ersten bis zur letzten Minute lautstark und unüberhörbar hinter seiner Mannschaft.

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OHV-Spieler Niklas Bachmann setzte sich in der ersten Halbzeit ein ums andere Mal auf der rechten Außenseite durch. Fotos: Wolfenberg
Ein Bernburger Fan allein auf weiter Flur. Er unterstützte seine Mannschaft von der ersten bis zur letzten Minute.
Josip Crnic nahm bei Siebenmetern genau Maß. Er verwandelte alle sechs.