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OHV-Handballer vielleicht bis August ohne Spiel

Erstellt von Ostfriesische Nachrichten: Silke Meyer | |   1. Herren

Wenn es ganz hart kommt, bestreiten die Drittliga-Handballer des OHV Aurich erst im August wieder ein Spiel. Für eine mögliche Fortsetzung des Spielbetriebs in dieser Saison gibt es zwei Varianten.

Aurich. Wie geht es weiter mit dem Spielbetrieb in der 3. Handball-Liga und damit für die Mannschaft des OHV Aurich? Darüber haben am Dienstagabend in einer zweistündigen Videokonferenz Vertreter aller 72 Mannschaften in den vier Staffeln diskutiert. Danach greift jetzt Plan A, wenn ab März wieder gespielt werden könnte. Wenn nicht, gibt es einen Plan B mit einer Spielrunde auf freiwilliger Basis. Und für die Saison 2021/22 wurden die Weichen gestellt.

 

Die Corona-Pandemie und nach wie vor hohe Infektionszahlen verhindern weiterhin die Wiederaufnahme des Spielbetriebs. Präsidium und Vorstand des Deutschen Handballbundes hatten bereits zwei Tage vor der Videokonferenz gemeinsam und einstimmig beschlossen, dass das Wettkampfgeschehen in der 3. Liga der Männer und Frauen sowie in der Jugendbundesliga männlich und weiblich bis zum 28. Februar ausgesetzt bleibt. Damit ist ein Ende Oktober gefasster, ursprünglich bis zum 31. Dezember gültiger Beschluss erneut verlängert worden.

 

An Spielbetrieb Anfang März glaubt kaum einer

 

Die optimale Lösung wäre inzwischen nach der langen Zwangspause, die Hinrunde zu Ende zu spielen mit Auf- und Absteiger. Sie gilt für den Fall, wenn der Lockdown Ende Januar aufgehoben würde. „Dann soll ab Anfang März wieder gespielt werden“, sagte OHV-Teammanager Ewald Meyer. Er nahm ebenso wie Mannschaftsbetreuer Björn Drees und die OHS-Geschäftsführer Lutz Günsel und Jörg Schmeding an der Konferenz teil.

 

Die Teilnehmer waren sich mit Blick auf die Infektionszahlen aber ziemlich sicher, dass diese Lösung wohl ein Wunsch bleiben wird. „Wir gehen alle von einer Verlängerung aus“, sagte Meyer. Auch der Spielleiter der 3. Liga der Männer, Andreas Tiemann, hält es für wenig realistisch, Anfang März wieder spielen zu können. Wenn in den ersten zwei Wochen im Februar nicht wieder trainiert werden kann, dann ist die Ideallösung nicht mehr umsetzbar. Sollte es so kommen, wird es in dieser Saison keine Absteiger geben. Die Ursprungsplanung der Saison sah vor, dass die letzten vier Mannschaften jeder Staffel in die Oberligen hätten absteigen müssen.

 

Aufstieg in die 2. Bundesliga möglich

 

Mannschaften mit Zweitligaambitionen sollen aber für den Fall des Saisonabbruchs die Chance bekommen, aufzusteigen. Sie können die Lizenz für die 2. Bundesliga beantragen. „Alle, die aufstiegsberechtigt wären, werden dann eine Aufstiegsrunde spielen“, sagte Meyer. „Wenn wir flächendeckend nicht mehr in den Spielbetrieb zurückkehren können, müssen wir Aufsteiger haben“, so Tiemann. Normalerweise hätten die vier Staffelsieger in einer Relegation mit Hin- und Rückrunde zwei Aufsteiger ausgespielt.

 

Wenn die Saison nicht fortgesetzt werden kann, Handball aber möglich ist, sollen auch die Mannschaften ohne Aufstiegsambitionen die Chance zum sportlichen Vergleich haben. Dann sollen auf freiwilliger Basis regionale Runden gespielt werden. Mit sportlichem Wert. Die Teams können sich für die Teilnahme am DHB-Pokalwettbewerb qualifizieren. Aus jeder Staffel die ersten Vier. „Wir haben mit diesen Varianten, glaube ich, eine Möglichkeit geschaffen, die viele Gruppen befriedigt. So können alle Vereine, die wollen oder aus irgendwelchen Gründen müssen, noch mal ran“, sagte Tiemann.

 

Saison 2021/22 könnte schon Anfang August beginnen

 

In jedem Fall aber gilt ein Hygienekonzept. „Zwingend erforderlich ist ein Schnelltest“, sagte Meyer. Da der nur sechs Stunden gültig ist, die Anreise der Mannschaften zu Auswärtsspielen aber oft länger dauert, muss die Heimmannschaft dafür sorgen, dass die Tests durchgeführt werden. Sollten mehr als vier Spieler positiv getestet werden, fällt das Spiel aus. Aber bereits bei einem positiv getesteten Spieler der Auswärtsmannschaft wird die Rückreise, die isoliert erfolgen müsste, zum Problem. Um das Risiko zu minimieren, müssten die Spieler der anreisenden Mannschaft bereits vor der Fahrt getestet werden. Wer die Kosten der Schnelltests übernimmt, ist noch offen.

 

„Die DHB-Verantwortlichen haben diese Videokonferenz hervorragend vorbereitet“, sprach Meyer ihnen ein dickes Lob aus. Die hatten nicht nur die beiden Varianten für die laufende Saison im Vorfeld ausgearbeitet, die sie den 154 zugeschalteten Vereinsvertretern präsentierten. Sie hatten sich auch bereits Gedanken über die Saison 2021/22 gemacht. Die soll, so der Plan des DHB, bereits am ersten Augustwochenende beginnen und damit fast einen Monat eher als normalerweise. In der Sommerferienzeit. Viele Vereinsvertreter sahen darin ein Problem. „Das war ein großer Diskussionspunkt“, sagte Tiemann. Der anvisierte Starttermin ist jedoch nicht in Stein gemeißelt.

 

Neuer Modus für nächste Saison angedacht

 

Spätestens Mitte August aber sollte die Saison beginnen, so Tiemann. Denn auf die Mannschaften in der 3. Liga wartet ein Mammutprogramm. Bereits in dieser Saison wird nach dem pandemiebedingten Abbruch der Serie 2019/20 in der 3. Liga mit einem Überhang von acht Mannschaften gespielt. „Wir werden aber ja auch in der kommenden Saison wieder die Aufsteiger aus den Oberligen aufnehmen. Deswegen wollen wir so früh anfangen wie möglich“, sagte Tiemann.

 

Bis zu 85 Mannschaften werden kommende Saison in Deutschland in der 3. Liga spielen. Die auf vier Staffeln, so, wie bisher, aufzuteilen, mache wenig Sinn, so Tiemann. Das sei schon in einer normalen Saison nicht zu stemmen. Und dass die kommende normal verlaufen wird, davon ist nicht unbedingt auszugehen. Deshalb wird es wohl auf eine deutlich größere Zahl an Staffeln hinauslaufen. „Was spricht gegen zehn oder zwölf Staffeln?“ fragt Tiemann. Im Anschluss an die Punktspiele dort ist eine Auf- und Abstiegsrunde angedacht. Um diesen Modus umsetzen zu können, müsste zuvor die Spielordnung geändert werden. Darüber entscheidet der Bundesrat des DHB, dem die Vertreter der Landesverbände angehören.

 

Schlüsseldatum der 25. Januar

 

„Der Abend hat Spaß gemacht“, zog Tiemann ein positives Fazit der Videokonferenz. Es habe kritische Stimmen gegeben, kritische Nachfragen: „Aber es war eine echte Diskussion.“ „Das waren sehr, sehr gute Ansätze und sehr gute Lösungen“, war auch OHS-Geschäftsführer Günsel zufrieden.

 

Schlüsseldatum ist jetzt der 25. Januar, wenn die Regierungsvertreter über mögliche Lockerungsmaßnahmen in der Pandemie beraten. Danach werden sich die Drittliga-Vertreter noch einmal zu einer Videokonferenz zusammenschließen.

 

Auch der OHV Aurich macht das weitere Vorgehen von den Beschlüssen am 25. Januar abhängig. Aktuell sind die Spieler in Kurzarbeit und halten sich individuell mit zwei Laufeinheiten die Woche und mit Krafttraining unter der Regie von Holger Erdelt per Video fit.

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Im Testspiel im Sommer gegen den HC Bremen waren die Drittliga-Handballer des OHV Aurich (mit Ball Matej Cuk) noch zuversichtlich mit Blick auf die Saison. Es ist anders gekommen. Archivfoto: Wolfenberg