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OHV-Handballer müssen weiter warten

|   1. Herren

Für die Drittliga-Handballer des OHV Aurich wird es im Januar nichts aus der erhofften Rückkehr in den Spielbetrieb. Die Auricher stellen bereits personelle Weichen für die nächste Saison.

Aurich. Für die Drittliga-Handballer des OHV Aurich hat das Jahr 2021 mit einem dicken Fragezeichen begonnen. Wann lässt die Pandemie die Fortsetzung des Spielbetriebs zu? Mitte November hatten das Präsidium des Deutschen Handballverbandes und der Vorstand des Dachverbandes entschieden, den Spielbetrieb in den 3. Ligen bundeseinheitlich bis zum 31. Dezember auszusetzen und gehofft, im Januar wieder mit dem Training beginnen zu können. Die Infektionszahlen spielen aber nicht mit. Es heißt deshalb, weiter warten. Untätig sind die Spieler deswegen aber nicht. Ebenso wie das Umfeld der Mannschaft, das sich bereits mit der Saison 2021/22 beschäftigt.

 

Nur selten konnte OHV-Trainer Arek Blacha coronabedingt bisher in dieser Saison am Spielfeldrand jubeln. Zu Weihnachten sendeten er und die gesamte Mannschaft in einer Videobotschaft per Facebook ein Dankeschön an Sponsoren und Fans.

Die Geschäftsführer des wirtschaftlichen Trägers OHS, Lutz Günsel und Jörg Schmeding, Teammanager Ewald Meyer sowie Trainer Arek Blacha haben jetzt erste Pflöcke gesetzt. „Wir möchten gerne mit allen Spielern verlängern“, sagte Meyer. Nur zwei haben noch einen Vertrag über diese Saison hinaus: Wilke de Buhr, dessen Vertrag auch noch für die Saison 2021/22 gilt, und Kevin Wendlandt, der bereits bis zur Saison 2022/23 unterschrieben hat. Neuzugänge seien nur dann ein Thema, wenn aus dem aktuellen Kader Spieler ausscheiden sollten, so Meyer. „Vorgespräche sind mit den Spielern geführt“, sagte er. Bis Mitte Februar sollen die personellen Planungen abgeschlossen sein. Auch der Vertrag von Blacha, der den OHV in der achten Saison trainiert, läuft Ende dieser Saison aus.

 

OHV erhält Corona-Hilfe

 

Die ganze Konzentration gilt aber zunächst dieser Saison, die in der Luft hängt. „Wir kommen da durch“, sagt Schmeding mit Blick auf die Finanzen. „Wir müssen aber gucken, wie.“ Neben den Sponsorengeldern rekrutiert der OHV normalerweise einen Großteil der Einnahmen aus den Eintrittsgeldern der Zuschauer bei Heimspielen. Seit Mitte März aber haben die Auricher coronabedingt kein Heimspiel mehr vor großer Kulisse bestreiten können. Zu den beiden Heimspielen, die sie in dieser Saison im Oktober austragen konnten, war nur eine begrenzte Zahl an Zuschauern erlaubt.

 

Gegen den TuS Vinnhorst bestritt der OHV (im Bild Maxim Pliuto) zuletzt am 25. Oktober ein Punktspiel.

Der OHV hat für die von März bis Dezember entgangenen Zuschauer-Einnahmen Corona-Hilfen beantragt. Und auch einen positiven Bescheid bekommen. Diese Einmalzahlung soll Vereinen helfen, ihre Verluste auszugleichen. Der Betrag, mit dem die Auricher rechnen können, liegt laut Schmeding im niedrigen fünfstelligen Bereich. Finanziell durch solch eine Saison zu kommen, sei herausfordernd. Für die Spieler wurde zunächst für den Dezember Kurzarbeit angemeldet. Die wird aber im Januar fortgesetzt. In dieser Zeit, in der kein Mannschaftstraining möglich war und ist, hält sich jeder individuell fit. Zweimal die Woche läuft jeder für sich. Darüber hinaus sind die Spieler zweimal die Woche über skype miteinander verbunden, wenn Fitness-Trainer Holger Erdelt die Übungen vorgibt.

 

Mannschaft sendet Videobotschaft zu Weihnachten

 

In einer Videobotschaft hat sich das gesamte Team zu Weihnachten am 24. Dezember über Facebook mit einem Dankeschön, Wünschen auf ein besseres Jahr und der Hoffnung, sich bald wieder in Halle sehen zu können, an Sponsoren und Fans gewandt. „Haltet durch“, sagte Kevin Wendlandt, der sich aus Berlin meldete. Aus seiner Heimat Lettland schaltete sich Torwart Edgars Kuksa zu: „Hoffentlich wird das Jahr viel, viel besser als dieses.“

 

Auch Matej Cuk und Bruno Levak sind zur Zeit in ihrer Heimat. Sie sendeten aus Kroatien Grüße. Dort können sie in Absprache mit den OHV-Verantwortlichen auch noch bleiben. So, wie ihn die Fans auf dem Spielfeld kennen und lieben, immer für gute Stimmung sorgend, präsentierte sich Josip Crnic auch vor der Kamera. Im Schneidersitz, mit Weihnachtsmannmütze auf dem Kopf und dem Weihnachtsbaum im Hintergrund, übermittelte er seine Grüße und Wünsche. Aber nicht nur alle Spieler sagten danke. Auch Ewald Meyer. Lutz Günsel. Jörg Schmeding. Lange habe man sich nicht gesehen, so Schmeding: „Kein Spiel, kein Training, kein Handballsport. Dabei gibt es nichts Schöneres, als Training oder ein Spiel zu haben, sich auszupowern. Egal, ob als Aktiver oder Zuschauer.“

 

So wie Schmeding hofft auch Arek Blacha auf bessere Zeiten: „Die Sponsoren ermöglichen es uns, dass wir immer noch träumen können, träumen dürfen, wieder anfangen zu können und weiter unseren geliebten Sport treiben zu können.“

 

Seinen Dank richtete Blacha auch an die Fans, die es, wie die Mannschaft, sicher kaum erwarten könnten, bis es endlich wieder losgeht: „Aber da müssen alle durch. Leute, haltet durch. Wir alle wollen, dass es uns gut geht und dass wir endlich mal wieder Handball spielen können.“ Wie es weitergehen könnte, darüber wird Anfang nächster Woche gesprochen. Dann kommen die Vertreter des DHB mit den Vertretern aller Mannschaften in den vier Drittliga-Staffeln per Videokonferenz zusammen.

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Nur selten konnte OHV-Trainer Arek Blacha coronabedingt bisher in dieser Saison am Spielfeldrand jubeln. Zu Weihnachten sendeten er und die gesamte Mannschaft in einer Videobotschaft per Facebook ein Dankeschön an Sponsoren und Fans.
So kennen und lieben die Fans OHV-Spieler Josip Crnic. Er bringt Stimmung in die Sparkassen-Arena. Wann aber der Spielbetrieb fortgesetzt werden kann, ist offen. Archivfotos: Wolfenberg
Gegen den TuS Vinnhorst bestritt der OHV (im Bild Maxim Pliuto) zuletzt am 25. Oktober ein Punktspiel.