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OHV-Torwart glänzt gegen Spanien

Erstellt von Ostffriesische Nachrichten: Silke Meyer | |   1. Herren

Edgars Kuksa, Torwart des Drittligisten OHV Aurich, hat sich am Donnerstag bei der Europameisterschaft Bestnoten verdient. Er glänzte im Team Lettlands gegen Spanien. Und wurde danach kontrolliert.

 

Trondheim. Die Handball-Europameisterschaft nimmt für den Torwart des Drittligisten OHV Aurich schon fast märchenhafte Züge an. Edgars Kuksa kam am Donnerstagabend im Team der lettischen Nationalmannschaft im Auftaktspiel der Vorrunde gegen Titelverteidiger Spanien 55 Minuten zum Einsatz. Und bot eine überragende Leistung, auch wenn am Ende eine 22:33-Niederlage stand. „Ich glaube, ich habe ein ganz gutes Spiel gemacht und kann sehr zufrieden sein“, sagte Kuksa einen Tag später. Glückwünsche gab es jedenfalls von allen Seiten. Unter anderem von seinem Trainer Armands Uscins, von seinen Auricher Mannschaftskollegen, über Facebook. Und Lob schon während des Spiels immer wieder vom Kommentator des Fernsehsenders Eurosport. Dort war die Partie live zu sehen.

 

Dass Kuksa zur Startformation gehören würde, erfuhr er erst kurz vor Spielbeginn in der Kabine: „Ich habe es dann auch auf der Anzeigetafel gesehen.“ Bereits am Vormittag wusste er aber, dass er zum Kader gehören würde. Denn da fiel die Entscheidung, dass Arturs Kugis, der an einer Verletzung laboriert, nur der Platz auf der Tribüne blieb. Kuksas Adrenalinspiegel stieg deswegen aber nicht an. „Ich bin ja auch ein bisschen älter geworden“, sagte der noch 29-Jährige mit einem Schmunzeln. Konzentriert, aber ganz entspannt sei er ins Spiel gegangen: „Wir waren gut vorbereitet und hatten nichts zu verlieren.“

 

Ein Einstand nach Maß

Kuksa gelang ein Einstand nach Maß. Und mit ihm und seinen Paraden auch seiner Mannschaft. Die führte als krasser Außenseiter nach sieben Minuten 3:0. Das erste Mal, dass Kuksa den Ball aus dem Netz holen musste, war nach einem Siebenmeter zum 3:1. Das erste Feldtor gelang den Spaniern gegen Kuksa erst nach fast neun Minuten. Was für sie bis dahin unter mangelnder Chancenverwertung lief, war aus Sicht der Letten eine herausragende Torwartleistung. Die gesamte erste Halbzeit ärgerten die Letten den Favoriten. Auch dank Kuksa. „Er ist super drauf und hält seine Mannschaft im Spiel“, befand der Fernsehkommentator nach 20 gespielten Minuten. Da stand es 8:8.

 

Fast wäre Kuksa in der 26. Minute sogar ein Treffer gelungen. Er hatte gesehen, dass das Tor der Spanier leer war. Ein langer Pass über das gesamte Spielfeld – der Ball ging aber knapp neben das Tor. Es wäre der Ausgleich zum 11:11 gewesen. Stattdessen lagen die Letten dann 10:14 zurück und verkürzten mit dem Halbzeitpfiff noch auf 11:14. „Wir haben versucht, das Tempo mitzugehen“, sagte Kuksa. Bis zur 40. Minute hielten er und sein Team die Partie offen, lagen nur mit zwei Toren zurück (16:18). In den folgenden zehn Minuten, in denen die Letten torlos blieben, zogen die Spanier dann davon. Einen letzten Parade-Höhepunkt setzte Kuksa in der 52. Minute mit einem gehaltenen Siebenmeter. Er sei ursächlich dafür verantwortlich, dass seine Mannschaft so lange mitgehalten habe, so der Kommentator im Fernsehen.

 

Nach dem Spiel zur Dopingprobe

Für die letzten fünf Minuten wechselten die Letten den Torhüter. Der nachlassenden Kraft und den daraus resultierenden vielen technischen Fehlern im Angriff war es geschuldet, dass die Niederlage am Ende durch schnell kassierte Tore so deutlich ausfiel. „Ein bisschen zu hoch“, sagte Kuksa. Er war dennoch nicht traurig, dass das Spiel verloren ging: „Wir können daraus viel Gutes mitnehmen.“

 

Bis er nach dem Spiel zur Ruhe kam, dauerte es. Denn Kuksa gehörte zu den Spielern, die für die Dopingprobe gelost worden waren. Machte noch einmal eine Stunde obendrauf. Vor allem wegen der Papierformalitäten, die damit verbunden waren.

 

Am Sonnabend geht die EM für Kuksa und sein Team um 16 Uhr mit dem Spiel gegen die Niederlande weiter. Die sind, wie sie selbst, Europameisterschafts-Neulinge. Am Freitag standen per Videoanalyse die Nachbereitung des Spanien-Spiels und die Vorbereitung auf die nächste Aufgabe an. Nach dem Spiel gegen die Niederlande ist für Kuksa dann vor dem Punktspiel seiner OHV-Mannschaftskollegen beim Team Handball Lippe II: „Da drücke ich dann ganz fest die Daumen.“

 

Seine Auricher Teamkollegen verpassten am Donnerstag den Auftritt ihres Torwarts bei der EM, weil sie zeitgleich trainierten. Teammanager Ewald Meyer verfolgte die erste Halbzeit daher auf dem Handy und sah die zweite Halbzeit dann im Fernsehen. Kuksa hat das Spiel gegen Spanien mit den Paraden jedenfalls total genossen: „Ohne Stress.“

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Edgars Kuksa überzeugt nicht nur im Tor des OHV Aurich, sondern verdiente sich auch in der lettischen Nationalmannschaft im Spiel gegen Spanien Bestnoten. Archivfoto: Wolfenberg