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Kroatischer Rückraumspieler verstärkt OHV Aurich

Erstellt von Ostfriesische Nachrichten: Silke Meyer | |   1. Herren

Handball-Drittligist OHV Aurich hat den kroatischen Rückraumspieler Bruno Levak verpflichtet. Der 22-Jährige wechselt aus Österreich und füllt eine unerwartete Lücke im Kader.

 

Aurich. Er kam zum Probetraining, hatte seine Sporttasche mitgebracht und ist geblieben: Der Kroate Bruno Levak verstärkt in der kommenden Saison den Handball-Drittligisten OHV Aurich. Ungewöhnlich schnell ging der Wechsel des 22-jährigen Rückraumspielers über die Bühne. Was Trainer Arek Blacha so beeindruckt hat? „Er ist ein unorthodoxer Spieler.“

 

Vor drei Wochen stellte sich Levak, 1,90 Meter groß, in Aurich vor. Vorher hatten sich die OHV-Verantwortlichen per Video einen ersten Eindruck von seinen sportlichen Qualitäten verschafft. Am Sonnabend im Testspiel gegen den niederländischen Erstligisten JD Techniek Hurry-Up Zwartemeer zeigte er sein Können. Es waren genau die Fähigkeiten, die für den OHV den Ausschlag gegeben hatten, ihn zu verpflichten. Er überzeugte mit seiner Wurfqualität und seiner Bissigkeit.

 

Überraschender Abgang zwingt zum Handeln

„Er braucht noch ein bisschen“, sagt Blacha. Die Konzepte seien für ihn neu. Seine Spielkultur sei ein bisschen anders. „Aber er hat keine Angst, Verantwortung zu übernehmen. Auch dann nicht, wenn der Gegner offensiver wird. Er nimmt das Spiel Mann gegen Mann an“, sagt Blacha. Dass der OHV noch einmal auf dem Spielermarkt aktiv werden musste, war erst in den vergangenen Wochen akut geworden. „Wir waren gezwungen, uns umzuschauen“, sagt Jörg Schmeding, der zusammen mit Lutz Günsel Geschäftsführer des wirtschaftlichen Trägers OHS ist. Nicht nur, dass Oliver Staszewski nicht mehr zum Kader gehört. Jetzt sagte Christoph Groß, der eigentlich fest eingeplant war, aus beruflichen Gründen ab. „Wir haben alles probiert. Aber er steht nicht zur Verfügung“, sagte Schmeding. Groß ist bei der Polizei, sein Einsatzort Cuxhaven. „Wir verlieren mit ihm einen Spieler, der flexibel einsetzbar war“, so Schmeding. Der Spielerpass von Groß bleibt aber beim OHV.

 

Levak ist der Neue im Team. Er spielte in der vergangenen Saison beim HC Bruck an der Mur in der zweithöchsten österreichischen Liga. Es ist der Verein, von dem aus ein Jahr zuvor auch Matej Cuk zum OHV gewechselt ist. Zusammen gespielt haben die Beiden somit nicht mehr. In seinem Heimatland Kroatien hat Levak für GRK Varuzdin gespielt. Er unterschrieb beim OHV einen Vertrag für eine Saison mit Option auf Verlängerung. Um seine Sprachkenntnisse zu verbessern, nimmt Levak an der Kreisvolkshochschule jetzt an einem Deutschkursus teil.

 

Junge Spieler mit Potenzial

 

Neben ihm gibt es nur noch ein weiteres neues Gesicht im Kader. Wie berichtet, bildet Marten Jungvogel kommende Saison mit Edgars Kuksa und Frederick Lüpke das Torhüter-Trio. So ganz neu ist Jungvogel im OHV aber nicht. Der 19-Jährige spielte vergangene Saison bereits in der A-Jugend des OHV, hat da schon mit der ersten Mannschaft trainiert und zudem für TuRa Marienhafe, seinem Stammverein, im Landesligateam der Männer im Tor gestanden. Künftig aber spielt er, der in Oldenburg ein Studium bei der Polizei begonnen hat, ausschließlich für den OHV. Blacha ist überzeugt: „Wenn er konstant bleibt, so arbeitet wie jetzt, wird er eine große Freude für Aurich. Es gibt aber noch viel zu tun. Und man muss Geduld haben.“

 

Für Blacha ist es eine tolle Sache, dass die Mannschaft im Großen und Ganzen zusammengeblieben ist: „Das sind fast alles junge Spieler. Und sie haben Potenzial.“ Er erhofft sich von ihnen, dass sie einen Schritt nach vorne machen: „Schneller, als man es erwartet.“ Denn die Saison sei lang. Und es werde verletzungsbedingte Ausfälle geben, so Blacha. Da müssen die Jungen dann Verantwortung übernehmen. Vorrangiges Ziel der Auricher ist der Klassenerhalt. Sie möchten sich aber möglichst weiter nach oben in der Tabelle orientieren. Eine Vorhersage sei jedoch schwierig, so Blacha: „Man weiß nicht, wie die Gegner durch Corona gekommen sind.“

 

Zuschauerkonzept in Arbeit

 

Was er jedoch gespürt hat, wie viel Spaß das Handballspielen nach der Zeit, als gar nichts ging, wieder macht. Ging es bisher in der Vorbereitung auf die Saison darum, am Ball zu bleiben, ein paar Sachen zu probieren, nimmt das Training ab dem nächsten Wochenende Fahrt auf. Fünf Wochen sind es dann noch bis zum ersten Punktspiel. Normalerweise steigt Blacha nach einer Saison mit so viel Vorlaufzeit erst wieder ins Training ein.

 

Unterdessen arbeiten die Vereinsverantwortlichen an einem Konzept, wie Heimspiele mit Zuschauern umsetzbar sind. Maximal 500 dürfen in die Sparkassen-Arena. „Wie wir das im Detail machen, müssen wir noch klären“, sagt OHV-Vorsitzender Ulrich Mittelstädt. Es werde aber ein großer Einschnitt für die Zuschauer sein, so Mittelstädt. Zu den Heimspielen des OHV kommen in der Regel deutlich mehr als 1000 Fans.

 

Aber auch für den OHV bedeutet die Fan-Obergrenze einen großen Einschnitt. Er ist Zuschauerkrösus in der 3. Liga. Der Einnahmeverlust aus dem Verkauf von Eintrittskarten wird zu einem Defizit führen. Über allem aber steht für die Verantwortlichen in Corona-Zeiten: Die Sicherheit muss gewährleistet sein. In Zusammenarbeit mit den Behörden wird in dieser Woche weiter an einem Konzept gefeilt.

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OHV-Neuzugang Bruno Levak scheute im Testspiel gegen Hurry-Up Zwartemeer vor nichts und niemandem zurück. Fotos: Wolfenberg
Marten Jungvogel