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OHV-Handballer jubeln nach packendem Spiel

Erstellt von Ostfriesische Nachrichten: Silke Meyer | |   1. Herren

Die Drittliga-Handballer des OHV Aurich haben im ersten Heimspiel der Saison gegen LiT 1912 II mit 31:28 Toren gewonnen. Die Entscheidung fiel in den Schlussminuten.

 Aurich. Jubel beim Handball-Drittligisten OHV Aurich. Aber nicht, ohne es vorher megaspannend gemacht zu haben. Mit 31:28 Toren gewannen die Auricher gegen LiT 1912 II im ersten Heimspiel dieser Saison. Die Entscheidung fiel in einer von Anfang an engen Partie in der packenden Schlussphase. „Das war Krimi hoch 100“, sagte ein geschaffter OHV-Mannschaftsführer Jonas Schweigart. Er war am Ende einfach nur erleichtert. Und alle anderen auch. Den Spielern fielen nicht nur Steine von den Schultern, es waren Felsbrocken. „Das war so wichtig, dass wir die Punkte geholt haben“, so Schweigart.

 

Die Auricher waren eine Woche zuvor mit einer Auswärtsniederlage in die Saison gestartet. Der Wille, das Heimspiel jetzt zu gewinnen, war riesig. Der Druck aber auch. Was das Spiel zu einer Kopfsache machte.

 

Allein an das Gefühl, nach mehr als einem halben Jahr wieder in die Sparkassen-Arena einzulaufen, auch wenn die Kulisse eine andere war, daran mussten sich die Spieler erst einmal wieder gewöhnen. 500 Zuschauer sorgten unter Einhaltung der Hygienevorschriften und mit Unterstützung der Hallensprecher Dietmar Müller-Dunkmann und neu, Heino Krüger, für eine Atmosphäre wie fast zu vollbesetzten Zeiten.

 

Stimmungsvoller Höhepunkt war die letzte Viertelstunde mit prickelnden Schlussminuten. Herausragend in dieser Phase: OHV-Torwart Edgars Kuksa. Er zog dem Haupttorschützen im LiT-Team, Marek Nissen, den Zahn. Zehn Tore hatte der bis dahin erzielt. Das letzte gelang ihm in der 49. Minute. Anschließend blieb Kuksa mehrmals gegen ihn Sieger.

 

OHV hat den längeren Atem

 

Ein weiterer Spieler, der maßgeblich dazu beitrug, dass der OHV in der Schlussphase seine knappe Führung behauptete, war Kevin Wendlandt. Er war bereits nach neun Minuten mit zwei Zeitstrafen belastet. Deshalb verzichtete OHV-Trainer Arek Blacha bis Mitte der zweiten Halbzeit auf seinen Einsatz. Wendlandt steuerte dann nicht nur zwei Tore zum Sieg bei, sondern bereitete mit seinen Anspielen insbesondere auf Kreisläufer Nikita Pliuto auch weitere Treffer vor. Wenn den Aurichern die Nerven nicht so manches Mal einen Strich durch vermeintlich sichere Tore gemacht hätten, hätte die Schlussphase deutlich entspannter verlaufen können.

 

Zwischen der 51. und 58. Minute blieben die Auricher ohne Tor. Das blieb jedoch ohne Folgen. „Nach hinten heraus haben uns die Körner gefehlt“, blickte LiT-Trainer Daniel Gerling auf eine Schlussphase, in der seine Mannschaft den Rückstand zwar von 25:28 auf 27:28 verkürzen konnte. Den längeren Atem hatten aber die Auricher, für die Jonas Wark nach zuvor vergebenen Chancen selbstbewusst zum 29:27 traf. Aber das war es noch nicht. Denn im Gegenzug kam Lit über seinen Kreisläufer auf 28:29 heran.

 

OHV-Mannschaft erleichtert

 

 Wendlandt sorgte knapp drei Minuten vor Schluss mit seinem Wurf aus dem Rückraum zum 30:28 wenigstens für ein bisschen Durchatmen auf Seiten des OHV. Den Sieg hatten die Auricher aber auch damit nicht sicher.

Im Gegenzug versuchte LiT-Spieler Nico Kruse über die linke Außenseite den Torabschluss – Pfosten. Beim nächsten OHV-Angriff zeigte Nikita Pliuto Nerven, als er freistehend an LiT-Torwart Jannis Finke scheiterte.

 

LiT-Trainer Gerling setzte 105 Sekunden vor Schluss die Auszeitkarte. Den Freiwurf, der anschließend für die Gäste heraussprang, vereitelte Kuksa – gegen Nissen. Kreisläufer Nikita Pliuto machte schließlich 30 Sekunden vor Schluss endgültig den Deckel auf den Sieg für den OHV.

 

So wie die Spieler war auch ihr Trainer erleichtert. „Man hat gesehen, wie angespannt die Spieler waren. Besonders in der Abwehr. Da haben wir nicht alles in den Griff bekommen“, so Arek Blacha. Marek Nissen sei 40 Minuten lang nicht zu halten gewesen. Und auch die beiden Linkshänder hätten seiner Mannschaft Probleme bereitet. 28 kassierte Tore waren für Blacha zu viel. Im Angriff habe sich seine Mannschaft bemüht, die Kombinationen, mit denen sie in der vergangenen Saison erfolgreich war, zu spielen. Am Ende standen zwar 31 Tore. Mehr wären möglich gewesen.

 

Etliche Großchancen ließen die Auricher ungenutzt. Unter anderem vergaben sie in der ersten Halbzeit zwei Siebenmeter. Es war aber auch Pech im Abschluss mit im Spiel. Matej Cuk zum Beispiel traf an seinem Geburtstag kurz vor der Halbzeit nur den Pfosten und verpasste damit das 16:15. Und mit dem Halbzeitpfiff landete der Ball nach einem weiten Wurf von Nikita Pliuto an der Latte, die das 16:16 verhinderte. Bis zur 40. Minute lagen die Auricher zurück. Josip Crnic drehte mit drei Toren in Folge das Spiel. Der OHV führte in der 42. Minute 23:22. LiT-Trainer Gerling nahm eine Auszeit. Der Rest ist bekannt.

 

OHV Aurich – LiT 1912 II 31:28 (15:16)

OHV Aurich: Lüpke (1. bis 21. Minute), Kuksa (21. – 60.), Jungvogel; Cuk (3), de Buhr (2), Wendlandt (3), Günsel, M. Pliuto (5/davon 1 Siebenmeter), N. Pliuto (5), Wark (1), Schweigart (1), Hertlein (1), Levak (3), Crnic (7/1).

LiT 1912 II: Finke, Ernstmeyer; Kruse, Mundus (10/3), Rüter (3), Borcherding (1), Bockermann, Thielking, Artmeier, Indeche, Gartmann (4), Krassort, Nissen (10), Klesniks.

Zeitstrafen: OHV 10 Minuten – LiT 10.

Siebenmeter: OHV 6/davon 3 verwandelt – LiT 3/3.

Schiedsrichter: Gleb Sakovski / Christian Schneider (Bochum/Wuppertal).

Zuschauer: 500.

Torfolge: 3:0 (3. Minute), 5:4 (8:9, 5:6 (10.), 10:10 (19.), 15:16 (30.); 15:17 (31.), 17:17 (33.), 20:21 (39.), 24:22 (43.), 26:23 (46.), 28:25 (51.), 28:27 (54.), 29:28 (57.), 31:28 (60.).

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OHV-Torwart Edgars Kuksa hatte mit seinen Paraden in den Schlussminuten maßgeblichen Anteil am Sieg des OHV gegen LiT 1912 II. Fotos: Wolfenberg