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OHV-Handballer pausieren bis Jahresende

Erstellt von Ostfriesische Nachrichten: Silke Meyer | |   1. Herren

Die Spielpause geht für die Drittliga-Handballer des OHV Aurich in die Verlängerung. Der Spielbetrieb ist bis zum 31. Dezember ausgesetzt. Über die Fortsetzung gibt es verschiedene Modelle.

Aurich. Zunächst war es der 15. November, jetzt also der 31. Dezember: Die Drittliga-Handballer des OHV Aurich werden in diesem Jahr kein Punktspiel mehr bestreiten. Der Spielbetrieb ist coronabedingt bis zum Jahresende ausgesetzt. Das haben das Präsidium des Deutschen Handballbundes (DHB) und der Vorstand des Dachverbandes am Mittwoch entschieden. Vorausgegangen war am Dienstagabend eine bundesweite, fast zweistündige Videokonferenz mit Vertretern der beteiligten Mannschaften in den insgesamt vier Staffeln.

 

Geplant ist, den Spielbetrieb am Wochenende 9./10. Januar fortzusetzen. Vorausgesetzt, die Infektionszahlen lassen das zu. Die hatten dazu geführt, dass der Spielbetrieb zunächst bis zum 15. November ausgesetzt wurde und sorgen jetzt für die Verlängerung der Spielpause bis zum Jahresende. Es darf aber weiter trainiert werden, da die 3. Handball-Liga laut Definition des Deutschen Olympischen Sportbundes dem Profisport zugeordnet wird. Weil in Mannschaften der 3. Liga auch professionelle Sportler spielen. Auf der Ebene der Amateursportler ist hingegen, wie berichtet, über den Spielbetrieb hinaus vorerst bis Ende November auch kein Training erlaubt.

 

OHV-Handballer dürfen weiter trainieren

 

„Unser oberstes Ziel ist es weiterhin, verantwortungsvoll Möglichkeiten für Handball zu schaffen. Priorität haben dabei Wiederaufnahme und Fortführung des Trainings. Dies gilt insbesondere für die Nachwuchstalente. Unabhängig von der formalen Einordnung als Profi- oder Amateursport kämpfen wir für alle Mannschaften auf politischer Ebene darum, dass sie trainieren können, wenn sie dies tun wollen“, sagte Mark Schober, Vorstandsvorsitzender des DHB.

 

Der OHV hat in Absprache mit den Behörden bis jetzt weiter trainiert. Auch vor dem Hintergrund, dass ab dem 21./22. November möglicherweise wieder gespielt werden könnte. Dem ist jetzt aber nicht so. Ob die Auricher auch den restlichen November trainieren werden, darüber haben gestern Abend Vereins-Offizielle mit Trainer Arek Blacha beraten. Das Ergebnis stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

 

Sicherung des Trainingsbetriebs hat Priorität

 

Die Möglichkeit zu trainieren haben in der 3. Liga derzeit längst nicht alle Teams. Von insgesamt 131 Mannschaften der 3. Ligen (72 Männer, 59 Frauen) haben derzeit ein Drittel dafür keine Erlaubnis. Etwa die Hälfte dürfte den Spielbetrieb selbst ohne Zuschauer nicht aufnehmen. Insgesamt ergibt sich für die 3. Liga ein heterogenes Bild auch, was die Einordnung als Amateur- oder Profisport betrifft. Der TuS Volmetal, Gegner des OHV in der Staffel Nord-West, hat zwar von Seiten der Behörde die Erlaubnis, zu trainieren, tut es aber nicht. Die Spieler könnten sich eine zweiwöchige Quarantäne nicht leisten, äußerte sich der TuS-Sprecher gegenüber der Meinerzhagener Zeitung. Aus Sicht des TuS Volmetal hat sich die aktuelle Saison erledigt. Eventuell könne eine verkürzte Spielzeit ab Frühjahr 2021 erfolgen, so der Sprecher.

 

„Wir verstehen die Nöte vor Ort. Es ist jetzt unsere gemeinsame Aufgabe, Wege zu finden, wie der Handball in der 3. Liga aktiv bleibt und welche Formen des Spielbetriebs möglich und sinnvoll sind. Im ersten Schritt hat die Sicherung des Trainingsbetriebes Priorität“, wird Schober in einer Pressemitteilung zitiert. „Wir müssen mit Blick auf die Gesundheit aller immer verantwortungsvoll handeln, aber auch weiter mutig das Mögliche planen. Mit der Bereitschaft, sehr flexibel zu reagieren.“

 

Ziel ist es, die Hinrunde zu Ende zu spielen

 

Rund 150 Vereinsvertreter nahmen am Dienstagabend an der Videokonferenz teil. Für den OHV Aurich waren Teammanager Ewald Meyer und Mannschaftsbetreuer Björn Drees zugeschaltet. „Es war eine gelungene Veranstaltung“, sagte Andreas Tiemann, Spielleiter der 3. Liga der Männer. Mit dem Ergebnis, als vorrangiges Ziel erst einmal die Hinrunde zu Ende zu spielen. „Damit keine Spiele aus der Wertung genommen werden müssen“, so Tiemann. Die Rückrunde entfällt. Tiemann hofft, die Hinrunde bis Ende April abschließen zu können. Dann muss es aber optimal laufen. Denn die Spiele, die bis zum 2. November einzeln ausgefallen sind, sollen dann nachgeholt sein. Dazu kommen sieben komplette Spieltage, die in die November-Dezember-Zwangspause fallen. Spielleiter Tiemann fühlt sich angesichts der planungsschwierigen Lage so ein bisschen wie ein Zirkusakrobat, der versucht, die Bälle am Fliegen zu halten. „Es soll am Ende der Saison auf jeden Fall eine sportliche Lösung stehen“, sagte Meyer. Ergänzende Alternativen sind ins Spiel gebracht. Eine wäre, die 18 Teams umfassende Staffel nach der Hinrunde zu dritteln. Die ersten sechs Mannschaften würden eine Meisterrunde spielen, die letzten sechs eine Abstiegsrunde. Sechs Teams aus dem Mittelfeld würden eine Platzierungsrunde bestreiten. Vier Teams müssen am Saisonende aus jeder Staffel absteigen, die Meister aus den insgesamt vier Staffeln ermitteln zwei Aufsteiger in die 2. Bundesliga. Das war auch vor Saisonbeginn bereits so festgelegt. Eine andere Alternative: nach der Hinrunde Ende April eine Play-Off-Runde mit allen Teams zu spielen.

 

Der DHB und die Spielkommission 3. Liga werden in den kommenden Wochen weiter beraten, wie die Saison 2020/21 fortgesetzt werden kann. Auch darüber, welches Virustest-Konzept gegebenenfalls zum Einsatz kommen könnte und wer die Kosten trägt. Wo und in welchem Umfang kann Publikum ermöglicht werden? Zudem wird der DHB auf politischer Ebene weiter für eine Corona-Förderung der Vereine kämpfen.

 

OHV gehört zu Spitzenteams bei Zuschauerzahlen

 

Der OHV hat Corona-Hilfen beantragt. „Wir hangeln uns im Moment von Monat zu Monat“, sagte Lutz Günsel, zusammen mit Jörg Schmeding Geschäftsführer des wirtschaftlichen Trägers der Mannschaft, der OHS. Ein guter Teil der Einnahmen resultiert normalerweise aus Eintrittsgeldern bei Heimspielen. Davon gab es bisher zwei mit der begrenzten Zahl von jeweils maximal 500 Fans. Mehr als 1000 Fans kommen sonst zu den Spielen des OHV.

 

In Corona-Zeiten hatten Fans erstmals die Möglichkeit, Spiele des OHV gegen eine Gebühr von 4,50 Euro beim Online-Sportsender sportdeutschland.tv live zu verfolgen. Ein Teilbetrag der Gebühr geht an den Verein. Die bisher vier dort übertragenen Spiele der Auricher verfolgten insgesamt rund 400 Fans. Damit belegen die Auricher einen Spitzenplatz. „Allein dafür lohnt es schon, weiter zu kämpfen“, freute sich Günsel über das nach wie vor große Interesse.

 

In rund vier Wochen werden sich die DHB-Verantwortlichen erneut mit den Vertretern der Drittliga-Mannschaften in einer Videokonferenz kurzschalten und das weitere Vorgehen besprechen.

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Das Spiel gegen den TuS Vinnhorst am 25. Oktober ist für den OHV Aurich (mit Ball Maxim Pliuto) das letzte in diesem Jahr gewesen. Fotos: Wolfenberg
OHV-Teammanager Ewald Meyer (links) hatte in den Heimspielen dieser Saison allen Grund zum Jubeln. Er nahm an der Videokonferenz teil.