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OHV-Handballer drehen gegen Cloppenburg auf

Erstellt von Ostfriesische Nachrichten: Silke Meyer | |   1. Herren

Handball-Drittligist OHV Aurich hat im Ligapokal den ersatzgeschwächten TV Cloppenburg nicht unterschätzt und klar mit 33:26 Toren gewonnen. Einer ragte im OHV-Team in der ersten Halbzeit heraus.

 

Aurich. Gewonnen: Aber das Ergebnis war für den OHV Aurich beim 33:26-Sieg gegen den TV Cloppenburg im Ligapokal nicht alles. Genau so wenig wie anders herum für die Cloppenburger. Viel entscheidender war das Wie. Und da machte das Auftreten beider Mannschaften ihre Trainer stolz. Die Auricher trafen fast in Bestbesetzung auf einen Gegner, bei dem davon keine Rede sein konnte. Der OHV gewann ungefährdet. Was trotz der unterschiedlichen personellen Ausgangslagen keine Selbstverständlichkeit ist.

 

 

„Unser Gegner war deutlich geschwächt. Das hat es für uns vielleicht ein bisschen einfacher gemacht“, sagte OHV-Trainer Arek Blacha. Aber auch nur ein bisschen. Denn die Gefahr, solch einen Gegner dann zu unterschätzen, ist groß. Eine Viertelstunde brauchte es, bis die Auricher auf Touren kamen. In diesen ersten Minuten ärgerten die Cloppenburger den OHV aber mehr als dem lieb war. Sie führten sogar überraschend 7:4. Sollte es doch so ein enges Spiel werden, wie es bisherige Aufeinandertreffen zwischen den beiden Mannschaften in der Vergangenheit immer waren?

 

OHV-Spieler trifft in der ersten Halbzeit achtmal

 

Die Frage beantworteten die Auricher innerhalb von vier Minuten mit fünf Toren in Folge, mit denen sie aus einem 8:9 (15. Minute) ein 13:9 (19.) machten. Jetzt lief es rund. Bis zur Halbzeit bauten sie ihren Vorsprung auf sieben Tore aus (20:13). Spieler der ersten Halbzeit war Wilke de Buhr mit acht Toren. Entweder ging er auf der rechten Rückraumseite in die Nahtstelle der Cloppenburger Abwehr, war nicht zu halten und traf oder er schloss Gegenstöße erfolgreich ab. Alles, was er anpackte, gelang. Dazu passte sein Tor Nummer acht. Ein Zuspiel von Maxim Pliuto von der linken Außenseite in den Torraum schloss de Buhr in der 29. Minute mit einem Kempator zum 18:12 für den OHV ab.

 

 

Sehenswert aber ebenso manch andere Aktion der Auricher Mannschaft. Sehr zur Zufriedenheit auch von Blacha. Der hatte seine Mannschaft erstmals im Ligapokal mit handballspezifischen Aufgaben in ein Spiel geschickt. „Einiges hat schon sehr gut geklappt“, lautete das Fazit des OHV-Trainers. Aufmerksam und flink auf den Beinen in der Abwehr, variabel, flüssig und mit gutem Auge im Angriff, mit diesem Zeugnis ging es für die Auricher in die Pause.

 

OHV-Neuzugang kommt in der Schlussphase groß raus

 

In den bisherigen Begegnungen war es für Blacha vordergründig darum gegangen, dass seine Mannschaft nach der mehrmonatigen coronabedingten Spielpause wieder ein Gefühl für den Wettkampf bekommen sollte. Der OHV knüpfte mit Beginn der zweiten Halbzeit an die zuvor gezeigte Leistung gegen die Cloppenburger an. Zehn Minuten nach Wiederbeginn waren es zehn Tore, die beide Mannschaften trennten. Und immer wieder gab es für gelungene Aktionen Applaus auch von der Bank, auf der alle begeistert mitgingen. Nicht, dass der Gegner aufgesteckt hätte. Aber es passte einfach im Auricher Team.

 

Blacha nutzte die sichere Führung, um die Jüngeren im Team, wie die beiden A-Jugendlichen Meeno Reshöft und Neuzugang Sören Fuhrmann, Spielpraxis sammeln zu lassen. Jonas Schweigart war mit seinen 24 Jahren in den letzten zehn Minuten der älteste Spieler im Team des OHV auf dem Feld. In der Schlussphase spielte Fuhrmann groß auf. Er ließ die Auricher gleich mehrfach jubeln. Am lautesten, als ihm in der 47. Minute das 27:17 gelang. Es war sein erster Treffer für den OHV. Und der brachte der Mannschaft eine Kiste Bier. Der Einstandspreis, den Fuhrmann für seinen ersten Treffer zu „zahlen“ hat. Der 18-Jährige ließ dann mit viel Selbstvertrauen mutig noch drei weitere Treffer folgen.

 

Cloppenburger Trainer trotz Niederlage megastolz

 

Klar, dass die Freude bei den Aurichern am Ende groß war. Sie führen jetzt die Tabelle im Ligapokal an und sind auf dem besten Weg, sich für den DHB-Pokal zu qualifizieren.

 

Pluspunkte aber sammelten, trotz der Niederlage, auch die Cloppenburger. Die verteilte Trainer Barna- Zsolt Akacsos an sein Team: „Mit zwei Trainingseinheiten in der Woche und mit dieser zusammengewürfelten Truppe gegen den OHV solch ein Spiel zu machen, das macht mich megastolz.“ Seine Mannschaft habe in der zweiten Halbzeit Charakter gezeigt. Gekämpft. Mit 13:13 Toren endete die zweite Halbzeit unentschieden. Jeder habe seine Aufgabe zu 100 Prozent gemacht, so Akacsos: „So etwas schweißt zusammen.“

 

OHV Aurich – TV Cloppenburg 33:26 (20:13)

OHV Aurich: Lüpke (1. - 21. Minute), Kuksa (21. - 53.), Müller (53. - 60.); Cuk, de Buhr (9 Tore), Wendlandt (5), Günsel (3), Fuhrmann (4), M. Pliuto (2/davon 1 Siebenmeter), N. Pliuto, Wark (3/1), Schweigart (3/2), Hertlein (4), Reshöft, Levak

TV Cloppenburg: Legler, Götting; Koellner, Harms (4/2), Lugosi (4), Borchert (1), Bähnke (1), Pal (2), Andreßen, Goepel (1), Gerasimow (1), Saalmann (8/1), Sibahi (4)

Zeitstrafen: OHV 2 Minuten – TV 4

Siebenmeter: OHV 7/4 verwandelt – TV 3/3

Schiedsrichter: Pascal Bohn / Lukas Zeller

Torfolge: 3:1 (5. Minute), 4:7 (9.), 8:9 (15.), 13:9 (19.), 20:13 (30.); 22:16 (35.), 26:16 (41.), 30:20 (52.), 33:26 (60.)

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In der Schlussphase sorgte OHV-Neuzugang Sören Fuhrmann mit vier Toren für Jubel auf Auricher Seite.
OHV-Spieler Wilke de Buhr war in der ersten Halbzeit von der Cloppenburger Abwehr nicht zu bremsen. Schwungvoll und kraftvoll setzte er sich immer wieder durch. Fotos: Wolfenberg