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Lachen, laufen und ein bisschen leiden

Erstellt von Ostfriesische Nachrichten: Jochen Schrievers | |   1. Herren

Handball-Drittligist OHV Aurich startete in die Vorbereitung – das erste Testspiel ist am nächsten Mittwoch gegen eine niederländische Auswahl

Aurich Nach fünf Wochen Pause haben die Handballer des Drittligisten OHV Aurich das Training wieder aufgenommen. Auf ihr angestammtes Sportgerät müssen sie in den ersten Tagen jedoch noch verzichten. Der Plan von Trainer Arek Blacha sieht zunächst Einheiten im Stadion und im Kraftraum vor.

 

Ganz ohne Ball geht es beim OHV aber auch nicht. Am Dienstagabend ging es nach der Mannschaftsbesprechung in die Halle. Beim Basketball zeigte sich, dass alle froh sind, wieder mit dem ganzen Team zu trainieren. Der eine oder andere offenbarte dabei Talente, die auch eine sportliche Laufbahn außerhalb des Handballs ermöglicht hätten. Allen voran trumpfte Kevin Wendlandt mit starken Aktionen unter dem Korb und sehenswerten Treffern aus der Distanz auf. Erfreulich war auch der Auftritt von Wilke de Buhr. Auch wenn er nicht ganz die Treffsicherheit von Wendlandt hatte, waren alle erleichtert, dass er nach der Knieverletzung, die er sich im letzten Spiel des Ligapokals zugezogen hatte, wieder fit ist. Er sei zwar noch nicht bei 100 Prozent, aber das merkte man ihm beim Basketball nicht an. In der weiteren Vorbereitung wird sich zeigen, wie stabil sein Knie inzwischen tatsächlich ist. Im Duell mit seinen Mannschaftskameraden steckte er jedenfalls nicht zurück.

 

Auch Neuzugang Evgeny Vorontsov ließ keine Fragen an seinem Gesundheitszustand offen. Beim WHV, wo er in den vergangenen zwölf Jahren unter Vertrag stand, musste er zuletzt verletzungsbedingt länger pausieren. Das sei jedoch überstanden. Dass er in seinem neuen Team schnell Fuß fasst, daran zweifelt in Aurich niemand. „Ich bin super aufgenommen worden“, sagte Vorontsov nach der ersten Trainingseinheit. Einen Großteil der Auricher kennt er seit Jahren, mit einigen hat er schon zusammengespielt. Daher sei der Wechsel nicht so schwierig gewesen. Auch die Frage nach der Rückennummer ist inzwischen geklärt. Der 35-jährige Außenspieler wird mit der Nummer 17 für den OHV auflaufen und soll die Lücke schließen, die der Weggang von Josip Crnic gerissen hat.

 

Doch erst einmal steht die Vorbereitung auf dem Plan. Und die hält einige Einheiten parat, die nicht bei jedem Spieler ganz oben auf der Beliebtheitsskala stehen. Wurde zum Auftakt beim Basketball noch gelacht, vergeht dem einen oder anderen die gute Laune, wenn er an die Ausdauer-Laufeinheiten im Stadion denkt.

 

Erstes Testspiel gegen U19-Team

 

Schon den vergangenen Jahren wurden hier große Unterschiede deutlich. Während Torwart Frederick Lüpke und Rückraumspieler Kevin Wendlandt keine Freunde der Stadionrunden sind und es entsprechend ruhig angehen ließen, spulten Jonas Schweigart und Jonas Wark ihre Kilometer im Eiltempo ab. Mehrfach überrundeten sie ihre Kollegen. Das Bild wird sich wohl auch in diesem Jahr nicht ändern. Darüber wird Trainer Blacha jedoch freundlich hinwegsehen. Schließlich hat Wendlandt in der Vergangenheit oft genug bewiesen, dass die schlechteren Zeiten auf der Mittelstrecke seine Leistungen in der Halle nicht allzu sehr beeinflussen.

 

Ein wichtiger Bestandteil der Vorbereitung werden wieder die Testspiele sein. Schon am kommenden Mittwoch steht die erste Begegnung auf dem Programm. Zu Gast in Aurich ist dann die niederländische U 19-Nationalmannschaft. Weiter sind je zwei Partien gegen Wilhelmshaven und Cloppenburg und eine gegen den niederländischen Erstligisten Hurry Up Zwaartemeer geplant. Geht es nach Arek Blacha, sollen noch zwei bis drei weitere Duelle hinzukommen.

 

Viel Zeit bleibt jedoch nicht. Denn bereits am letzten Wochenende im August steht das erste Pflichtspiel im DHB-Pokal an. Wer Gegner des OHV sein wird, wurde noch nicht ausgelost. Eine Woche später beginnt dann die Saison in der dritten Liga. Und die hat es in sich.

 

Gespielt wird nicht wie in den vergangenen Jahren in vier, sondern in sieben Staffeln. Die besten sechs der zwölf Teams spielen dann in der Aufstiegsrunde weiter. Das ist auch das erklärte Ziel der Auricher. Dabei geht es gar nicht um den Sprung in die Zweite Liga, sondern um die Gewissheit, nicht absteigen zu können. Denn von den unteren sechs Mannschaften der Tabelle bleiben nur zwei in der dritten Liga. Daher ist es sehr wichtig einen guten Start hinzulegen und dafür braucht es eine entsprechend gute Vorbereitung - auch wenn das neben viel lachen und laufen auch ein bisschen leiden bedeutet.jos

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Kevin Wendlandt bewies beim Training, dass er auch mit einem Basketball umgehen kann.Foto: Jochen Schrievers