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OHV-Handballer im DHB-Pokal gegen TV Großwallstadt

Erstellt von Ostfriesische Nachrichten: Silke Meyer | |   1. Herren

Die Drittliga-Handballer des OHV Aurich haben in der ersten DHB-Pokalrunde ein Traumlos erwischt. Sie empfangen den Zweitligisten TV Großwallstadt. Eine Mannschaft mit besonderer sportlicher Klasse.

Aurich - Totale Begeisterung beim OHV Aurich: Die Drittliga-Handballer hätten es bei der Auslosung der ersten DHB-Pokalrunde am Dienstagvormittag kaum attraktiver treffen können. Sie empfangen in der Sparkassen-Arena den Zweitligisten TV Großwallstadt. Eine Mannschaft mit klangvollem Namen. In ihren besten Zeiten mehrfacher Deutscher Meister und auch DHB-Pokalsieger. Gespielt wird die erste Runde, in der die Erstligisten noch nicht dabei sind, am 28./29. August.

 

„Ich freu mich riesig“, sagt Lutz Günsel, zusammen mit Jörg Schmeding Geschäftsführer des wirtschaftlichen Trägers der Mannschaft, in einer ersten Reaktion. So, wie er, hatten auch viele andere Auricher die Auslosung, die live im Internet übertragen wurde, verfolgt. Hielt sich die Spannung in den Tagen davor noch in Grenzen, kribbelte es dann aber doch gewaltig, je näher es gegen elf Uhr ging, dem Start der Übertragung aus der Geschäftsstelle der Handball-Bundesliga in Köln.

 

Spannung stieg mit jeder gelosten Begegnung

 

Da standen sie, die beiden Gläser mit den zu ziehenden Kugeln der Mannschaften. In dem einen Glas die gelben mit den Teams, die in der vergangenen Saison in der 2. Bundesliga gespielt haben. In dem anderen die roten mit den insgesamt zehn Drittligisten. Sechs von ihnen, dazu gehört auch der OHV, hatten sich über die im Frühjahr gespielte Ligapokalrunde dafür qualifiziert. Der OHV hatte sich am vorletzten Spieltag mit einem 32:28-Sieg gegen die Füchse Berlin Reinickendorf II die Teilnahme gesichert. Die weiteren vier Drittligisten hatten an der Aufstiegsrunde zur 2. Liga teilgenommen.

 

Mit jeder gelosten Begegnung, in der die Kugel mit dem OHV noch im Glas blieb, stieg die Spannung der Auricher vor dem Bildschirm. Im siebten Durchgang schraubte der Spielleiter der Handball-Bundesliga, Andreas Wäschenbach, dann den OHV auf, platzierte die Kugelhälfte mit dem Vereinslogo des OHV in dem Tableau. Und setzte die des TV Großwallstadt Sekunden später daneben. Die Kugeln zog Jutta Ehrmann-Wolf, die ab 1. August das Schiedsrichterwesen im Deutschen Handballbund leiten wird. „Ein schönes Los“, sagt auch OHV-Teammanager Ewald Meyer. Er hat die Großwallstädter in der vergangenen Saison im Spiel beim Wilhelmshavener HV gesehen und war angetan von deren Leistung. Als Aufsteiger beendete der TV die Saison auf Platz sechs.

 

Lange kein Gegner mit so einer Strahlkraft mehr in Aurich

 

Die großen sportlichen Zeiten des TV Großwallstadt sind zwar Geschichte. Und hinter dem Verein liegt eine turbulente Zeit mit Insolvenz und Zwangsabstieg in die 3. Liga zur Saison 2015/16. Inzwischen sind die Großwallstädter aber sportlich wieder auf dem Weg nach oben. „Und vielleicht endet dieser Weg ja in ein paar Jahren dort, wo der TV Großwallstadt schon einmal war: In der höchsten Spielklasse im Handball, der 1. Bundesliga“, heißt es auf der Internetseite des Vereins im Rückblick auf die vergangene Saison. Für OHV-Mannschaftsführer Jonas Schweigart ist das Pokalspiel aus mehrfacher Sicht ein interessantes Los: „Der TV Großwallstadt ist einer der Traditionsvereine in Deutschland.“ Was das Aufeinandertreffen noch spannender macht: Mit Kuno Schauer gehört kommende Saison ein Spieler zum Kader des TV, der in der vergangenen noch für Wilhelmshaven spielte.

 

Überhaupt verspricht der Kader der Großwallstädter sportliche Klasse. Schweigart nennt spontan Savvas Savvas. Ein Rückraumspieler aus Griechenland mit Bundesligaerfahrung bei GWD Minden, mit 189 Treffern auf Platz sechs der Torschützenliste aller Zweitligaspieler in der vergangenen Saison. „Es ist einfach super, mal wieder gegen so eine Mannschaft zu spielen“, sagt Schweigart. Und das nicht nur in einem Testvergleich, sondern sogar in einem offiziellen Spiel. „Es ist lange her, dass ein Gegner mit so einer Strahlkraft in Aurich angetreten ist“, sagt Schweigart.

 

OHV geht davon aus, vor Zuschauern zu spielen

 

Für die OHV-Verantwortlichen beginnen bereits jetzt die ersten Vorbereitungen auf das Spiel. In Absprache mit dem Gegner aus dem rund 500 Kilometer entfernten Unterfränkischen, südöstlich von Frankfurt, ist bereits der Sonnabend, 28. August, als Spieltermin festgelegt. Spielbeginn ist um 18 Uhr.

 

„Wir gehen fest davon aus, dass wir vor Zuschauern antreten werden“, sagt Günsel. Wie viele erlaubt sein werden und unter welchen Hygienekonzepten, ist gut fünf Wochen vor dem Spiel nicht zu sagen. Entsprechend wollen die Auricher auch erst relativ kurzfristig mit dem Kartenvorverkauf beginnen. Aktuell wären 1000 Fans möglich.

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Mit einem Sieg gegen die Füchse Berlin II haben sich die OHV-Handballer (im Bild Torwart Edgars Kuksa, in roten Trikots Nikita Pliuto (links) und Kevin Wendlandt ) für den DHB-Pokal qualifiziert. Archivfoto: Bernd Wolfenberg
Jutta Ehrmann-Wolf zog die Kugeln. HBL-Spielleiter Andreas Wäschenbach präsentierte den Gegner des OHV Aurich: den TV Großwallstadt. Foto: Screenshot