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OHV macht Karussells Konkurrenz

Erstellt von Silke Meyer, ON-Digital vom 04.11.2019 | |   1. Herren Spielberichte

Auricher Handballer drehen gegen Mitaufsteiger LiT auf und gewinnen souverän – herausragend Edgars Kuksa und Oliver Staszewski

Aurich. Draußen, auf dem Jahrmarkt, drehten sich die Karussells auf Hochtouren. Drinnen, in der Sparkassen-Arena, machten die Drittliga-Handballer des OHV Aurich ihnen Konkurrenz. Sie wirbelten gegen Mitaufsteiger LiT Tribe Germania und gewannen ungefährdet mit 31:24 Toren. Mit dem Resultat waren die Gäste noch gut weggekommen. „Das Endergebnis schmeichelt uns“, räumte LiT-Trainer Daniel Gerling unumwunden ein. 

Obenauf waren hingegen die Auricher und erleichtert nach zwar zwei überraschenden Unentschieden, aber zuletzt sechs Spielen ohne Sieg. „Nach der hohen Niederlage in Wilhelmshaven wollten wir den Fans zeigen, dass wir leben und gut drauf sind“, sagte OHV-Trainer Arek Blacha. Das tat die Mannschaft nach allen Regeln der Handball-Kunst. Allen voran Edgars Kuksa im Tor und Oliver Staszewski, die sich ein Extralob des Trainers verdienten. 

Kuksa hielt, was zu halten war und noch viel mehr. Staszewski glänzte als neunfacher Torschütze und setzte darüber hinaus viele sehenswerte Akzente. 

Beide Mannschaften kannten sich ja bereits aus der Relegationsrunde zur 3. Liga. Da hatte sich LiT in der Addition der beiden Spiele durchgesetzt. „Unsere Motivation war deshalb doppelt hoch“, sagte Kuksa. Schon damals hatte er das Wurfbild der LiT-Spieler per Video intensiv analysiert. Auch diesmal wieder. „Es hat funktioniert. Aber alle waren super bereit. Auch die Zusammenarbeit mit der Abwehr hat gepasst“, so Kuksa. 

„Wir haben das Beste, was wir in den letzten beiden Spielen gezeigt haben, mitgenommen, uns auf uns konzentriert und über eine starke Abwehr gewonnen“, sagte Staszewski. Dass er mit seinen Toren einen Großteil dazu beigetragen hatte, war für ihn Nebensache: „Hauptsache gewonnen.“ 

„Wir sind mit großem Respekt ins Spiel gegangen. Die Mannschaften kennen sich ja fast auswendig“, sagte Blacha. 

Die Auricher, die bis auf den langzeitverletzten Paul Jordan und Jannes Hertlein, der mit einem Adduktorenbündelriss die nächsten vier Wochen ausfällt, in Bestbesetzung angetreten waren, brauchten fünf Minuten Anlaufzeit, um ins Spiel zu finden. Die Gäste drückten enorm aufs Tempo, die Auricher aber von da an dem Spiel ihren Stempel auf. Jonas Schweigart mit einem verwandelten Siebenmeter, Matej Cuk, Staszewski und Rechtsaußen Josip Crnic machten zwischen der siebten und elften Minute aus einem 3:3 ein 7:3. Möglich machten das eine starke Abwehr und Kuksa im Tor, an dem vor allem LiT-Außenspieler Jannik Oevermann verzweifelte. 

Gerling reagierte auf den Lauf des OHV mit einer Auszeit, einer anschließend offensiver eingestellten Abwehr, in der 18. Minute beim Stand von 11:7 für den OHV mit einem Torwartwechsel. Egal, was die Germanen auch machten. Die Auricher hatten auf alles eine Antwort. Bereits in der 27. Minute nahm Gerling zum zweiten Mal eine Auszeit. Als Kuksa anschließend einen Wurf von Bjarne Schulz abwehrte, hielt es die Fans nicht mehr auf den Sitzen. 

Zum Abschluss der ersten Halbzeit passte das 19:13 durch Staszewski, der mit einem aus dem Stand abgezogenen „Hammerwurf“ unter die Latte in letzter Sekunde traf. 

Puschend dann auch der Auftakt des OHV in die zweite Halbzeit: Anwurf LiT, Parade Kuksa gegen Linksaußen David Finke. Im Gegenzug trifft Jonas Wark, der einen Abpraller fängt, zum 20:13. 

Der sehenswerte Rest ist schnell erzählt. Der OHV spielt weiter auf dem Niveau, LiT droht unter die Räder zu kommen. Mitte der zweiten Halbzeit nimmt Gerling seine letzte Auszeit-Möglichkeit. Der OHV führt 27:16. 

Die Gäste schienen sich ihrem Schicksal zu ergeben. Mit wenig Lust am Handball spielten sie die Partie gegen nicht locker lassende Auricher zu Ende. 

Erst in den letzten vier Minuten gelang Bjarne Schulz mit vier Toren in Folge noch ein wenig Ergebniskosmetik. Schulz war am Ende dann auch der Spieler, den Gerling aus seiner deutlichen Kritik an der Mannschaft herausnahm: „Das war nichts. Das soll die Leistung des OHV aber nicht schmälern, der uns nach allen Regeln ausgespielt hat.“ 

Wie schon zum Ende der ersten Halbzeit leistete auch zum Schluss der zweiten Staszewski erneut Maßarbeit. Drei Sekunden vor dem Ende traf er aus dem Rückraum zum 31:24. 

Während Blacha am Spiel seiner Mannschaft seine Freude hatte („Es war toll anzusehen, mit wie viel Tempo wir gespielt haben“), entschuldigte sich Gerling bei den rund 30 mitgereisten Fans für den Auftritt seines Teams. 

Die Spieler des OHV wussten, wem sie den Sieg gegen LiT mit zu verdanken hatten: ihrem Torwart Edgars Kuksa (im gelben Trikot). Fotos: Wolfenberg
Die Abwehr des OHV (rechts Nikita Pliuto) ließ den 100fachen lettischen Nationalspieler im LiT-Team, Evars Klesniks, kaum zum Zuge kommen.
Für OHV-Spieler Oliver Staszewski gab es nicht nur ein Extralob, weil er neun Tore erzielte. Er setzte auch darüber hinaus Akzente.
 

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