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Für Zwillinge beginnt neues Kapitel

Erstellt von Silke Meyer, ON-Digital vom 23.07.2019 | |   1. Herren Vorbericht

OHV-Neuzugänge Nikita und Maxim Pliuto starten mit dem Drittligateam in ihr erstes Jahr als Herrenspieler

Aurich. Sie sind neu im Handballteam des OHV Aurich und aus dem 400 Kilometer entfernten Melsungen in der Nähe von Kassel gewechselt. Unbekannt ist ihnen ihre künftige sportliche Heimat jedoch nicht. Nikita und Maxim Pliuto kehren nach drei Jahren, die sie für die JSG Melsungen/Körle/Guxhagen gespielt haben, in ihr Zuhause nach Marienhafe zurück und verstärken in der kommenden Saison den Auricher Drittliga-Aufsteiger. 

Nikita und Maxim Pliuto sind nicht nur Brüder. Sie sind Zwillinge, optisch aber gut zu unterscheiden. Nikita ist dunkelhaarig und mit 1,97 Metern der deutlich größere, Maxim ist blond und misst 1,84 Meter. Nikita geht damit eher nach seinem Vater Pliuto, dem ehemaligen Trainer von TuRa Marienhafe, Maxim nach seiner Mutter. Im nächsten Monat werden sie 19 Jahre. Wer der Ältere der beiden ist? „Ich“, sagt Nikita, „um eine Minute.“ 

Für die Beiden beginnt beim OHV ein neuer sportlicher Abschnitt. Sie spielen dort ihre erste Saison bei den Herren. In der vergangenen Spielserie sorgten sie mit der A-Jugend der JSG in der Bundesliga Mitte sportlich für Schlagzeilen. Mit dem Ziel, zumindest Sechster zu werden, war die Mannschaft angetreten. Es kam viel besser. Sie qualifizierte sich überraschend für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft und schied dort erst im Halbfinale gegen den späteren Titelträger SG Flensburg-Handewitt aus. „Das wir am Ende Dritter werden, damit haben wir nicht gerechnet“, sagt Nikita. Die Mannschaft wurde für ihren Erfolg vor 4300 Zuschauern im Rahmen des Saisonfinales der Melsunger Bundesligaprofis geehrt. 

Die sportlichen Handballanfänge der Pliutos aber liegen bei TuRa Marienhafe. Im Kindergartenalter haben sie auch mal Tennis gespielt. Aber nur kurz. Fußball und Handball bestimmten danach ihr Sportprogramm. Beides war aber auf Dauer nicht zu kombinieren. Sie entschieden sich im Alter von 13 Jahren für den Handball. „Handball hat dann doch mehr Spaß gemacht“, sagen sie unisono. 

Sie machten mehr draus. Im Alter von 15 Jahren, nach Abschluss der neunten Klasse an der IGS Marienhafe, entschieden sich die Beiden zum Wechsel nach Melsungen. Sie gingen damit den Weg, den auch ihr Vater in dem Alter gegangen war. Er hatte damals ein Handballinternat in Minsk besucht und wurde dann Profi. 

Seine Söhne hatten beim Probetraining in Melsungen überzeugt und verließen ihr Elternhaus. Anfangs war es schon eine Umstellung, auf eigenen Füßen zu stehen und in einer zwölfköpfigen Wohngemeinschaft zu leben, obwohl sie durch Kräfte des Bundesligisten umfangreich auf vielen Ebenen betreut wurden. Die tägliche Handballeinheit war nicht nur in den schulischen Stundenplan integriert, sondern ging 

anschließend auch noch weiter. 

Die Brüder meisterten nicht nur den Alltag. Sie setzten sich auch im Handball durch und schafften es bis zu internationalen Einsätzen. Sie sind 2000 zwar in Aurich geboren, besitzen aber die weißrussische Staatsbürgerschaft und haben im Sommer vergangenen Jahres mit der U18-Nationalmannschaft Weißrusslands Championchip-Turniere gespielt. Für Nikita ging es sogar noch eine Stufe höher. Als U18-Spieler kam er im U20-Auswahlteam bereits zum Einsatz. 

Der Melsunger A-Jugend-Trainer Björn Brede stellt Nikita Pliuto insbesondere ein sehr gutes Abwehrzeugnis aus. Im Angriff ist Nikita ein Mann für die Kreisläuferposition. 

Sein Bruder Maxim ist inzwischen ein Spieler für die Außenseite. Das war nicht immer so. „In der C-Jugend habe ich noch Rückraum-Mitte gespielt“, sagt Maxim. In Melsungen hat sich das geändert. 

Am Schulsportzentrum Melsungen bestanden die Pliuto-Zwillinge jetzt ihr Fach-Abitur. Damit war der Zeitpunkt für ein neues sportliches Kapitel gekommen. Sie legten ihren Fokus auf eine berufliche Zukunft, ohne den Handball vernachlässigen zu müssen. 

Diese Kombination führte sie zurück in die Heimat. Sie absolvierten bereits im vergangenen Jahr ein Probetraining beim OHV. Nikita kann sich noch genau erinnern: „An dem Tag habe ich meinen Führerschein bestanden.“ 

Beruflich geht es für Nikita mit einer Ausbildung zum Versicherungs- und Finanzkaufmann weiter, für Maxim mit einer Ausbildung zum Industriekaufmann. 

Seit 14 Tagen trainieren sie jetzt beim OHV mit ihren neuen Mannschaftskollegen. Ihre ersten Eindrücke? „Anstrengend war’s. Aber so wollen wir es ja haben“, sagen sie. 

Die Zwillinge Nikita (oben) und Maxim Pliuto verstärken in der kommenden Saison Drittliga-Aufsteiger OHV Aurich. Fotos: Wolfenberg
 

Nächstes Heimspiel

OHV Heimspiele


So. 15.12.19 Ellernfeld

12:00 Uhr
B1-Jugend (VR OL)
gg.
HSG Schwanewedw/Nk.

14:00 Uhr
C2-Jugend (Landesliga)
gg.
SG Neuenhaus/Uelsen

 

16:00 Uhr
C1-Jugend (Oberliga)
gg.
VfL Fredenbeck