Zum Hauptinhalt springen

Die verflixte letzte Viertelstunde

Erstellt von Silke Meyer, ON-Digital vom 29.10.2019 | |   1. Herren Spielberichte

OHV-Handballer machen bis zur 45. Minute beim Tabellenführer ein klasse Spiel – und dann gelingt ihnen kein Tor mehr

Wilhelmshaven. Wäre doch nur diese letzte Viertelstunde nicht gewesen: Bis dahin lagen die Drittliga-Handballer des OHV Aurich im Derby beim Tabellenführer Wilhelmshavener HV vor großer Kulisse von mehr als 1700 Zuschauern nur mit fünf Toren zurück. Alles im grünen Bereich also bei einem Gegner, der für die Auricher auf dem Weg zu ihrem Ziel Klassenverbleib „außerhalb des Protokolls“ liegt. Dann aber gelang den Aurichern kein Tor mehr. Und am Ende hieß es 20:34. „Das hinterlässt natürlich einen bitteren Beigeschmack“, sagte OHV-Trainer Arek Blacha. 

Bis zur 45. Minute, da sei er so stolz auf seine Mannschaft gewesen, sagte Blacha. Wie die Jungs, viele nicht älter als 22 Jahre, gekämpft hätten, wie sie gegengehalten hätten, das sei schon toll gewesen. Die hatten gegen einen übermächtigen Gegner, dessen Kader in dieser Saison qualitativ stärker besetzt ist als in der letztjährigen Zweitligasaison und der weiter auf Zweitliganiveau neunmal die Woche trainiert, bis dahin ein klasse Spiel gemacht. Es waren körperliche und handballerische Schwergewichte, auf die der Auricher Angriff mit der Wilhelmshavener Abwehr traf. 

„Wir wollten mithalten, so lange es geht“, sagte Blacha. Seine Mannschaft hielt anfangs nicht nur mit, sondern ärgerte den Favoriten mehr als dem lieb war. Die Auricher spielten ihre Angriffe lange aus, trafen durch Matej Cuk bereits nach 53 Sekunden zum 1:0 und führten überraschend bis zur 15. Spielminute. Nach zehn Minuten hatten die Wilhelmshavener mit einem Torwartwechsel, Angelo Grunz kam für Primoz Prost, auf den unerwarteten Spielverlauf reagiert. 

Zwar drehten die Wilhelmshavener in der letzten Viertelstunde der ersten Halbzeit das Spiel. Die Auricher, ab der 20. Minute mit Edgars Kuksa im Tor, boten im Rahmen ihrer Möglichkeiten aber weiter Paroli. Kevin Wendlandt griff erstmals nach dreiwöchiger Zwangspause (Nasenbeinbruch) wieder aktiv mit ein. Zunächst nur in der Abwehr, in der er zusammen mit Jannes Hertlein den Abwehr-Mittelblock stellte, dann aber auch mit mutigen Aktionen im Angriff. 

So gut es ging verhinderten die Auricher, dass die Wilhelmshavener ihr Tempospiel aufziehen konnten. Aber eben nur so gut es ging. Wenn sich den Wilhelmshavenern die Möglichkeit zu schnellem Spiel bot, dann nutzten sie das gnadenlos. Allen voran Yannick-Marcos Pust, der entweder auf der rechten Außenseite immer wieder frei zum Wurf 

kam und traf oder per Gegenstoß erfolgreich war. Am Ende standen für ihn zwölf Tore. 

Mit einem respektablen 14:17 und viel Applaus der rund 200 mitgereisten Fans, die auch bis zum Schluss hinter ihrer Mannschaft standen, ging es für den OHV in die Halbzeitpause. 

Entsprechend war WHV-Trainer Christian Köhrmann mit der Leistung seiner Mannschaft bis dahin nur bedingt zufrieden. „14 Gegentore sind zu viel“, sagte er. Abwehr und Torwart, das Zusammenspiel habe noch nicht ganz gepasst: „Wir haben zum einen über den Kreis zu viele Tore und zum anderen zu viele Siebenmeter kassiert.“ Jonas Schweigart habe das aber auch klasse gemacht, zollte er dem OHV-Spielgestalter, der auch bereits unter Köhrmanns Regie zum Wilhelmshavener Team gehörte, ein dickes Lob. 

Anders dann die zweite Halbzeit, auf Seiten der Wilhelmshavener jetzt wieder mit Prost im Tor. Zwar hielten die Auricher bis zur 45. Minute den Rückstand im Rahmen. Am Ende aber mussten sie ihrer bröckelnden Personaldecke Tribut zollen: Wendlandt drei Wochen ohne Training, Oliver Staszewski und Josip Crnic stark grippegeschwächt, Jannes Hertlein raus mit Adduktorenproblemen. „Das waren zu viele Ausfälle. Wir waren einfach kaputt“, sagte Blacha mit Blick auf das dicke Ende. Die Wilhelmshavener hätten ihr Spiel über 60 Minuten durchgezogen. 

Solch ein Endergebnis sei natürlich deprimierend für seine Mannschaft, so Blacha: „Aber wir werden das analysieren. Unser Fokus liegt auf den nächsten drei Heimspielen. Dann gegen Mannschaften, die ein bisschen besser zu uns passen.“ 

OHV-Kreisläufer Nikita Pliuto brauchte schon einiges an Einsatzkraft, um sich gegen die massive Wilhelmshavener Abwehr durchzusetzen. Fotos: Wolfenberg
 

Nächstes Heimspiel

2. Herren: Mit FAN BUS zum Auswärtsspiel

Erster gg. Zweiten

Zum Auswärts-Topspiel am 14.12.2019  gegen die HSG Heidmark setzen wir einen Bus ein. Das Spiel findet um 19:30 Uhr in Fallingbostel statt. Abfahrt ist um 15:00 Uhr an der Sparkassenarena. Die Kosten 10 € pro Person.

 Anmeldungen bitte bei Leon Höppner unter (0176) 842 885 25.