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OHV Aurich gegen Cloppenburg: Kein Spiel wie jedes andere

Erstellt von Ostfriesische Nachrichten: Silke Meyer | |   1. Herren Vorbericht

Die Drittliga-Handballer des OHV Aurich empfangen im Ligapokal am Sonnabend den TV Cloppenburg. Es ist auch das Aufeinandertreffen zweier trickreicher Trainer, die dicke Freunde sind.

 

Aurich. Häufiger Mal sind sie für die Drittliga-Handballer des OHV Aurich ein willkommener Testspielgegner in der Vorbereitung. Manchmal aber haben Spiele gegen den TV Cloppenburg auch einen höheren sportlichen Stellenwert. Wie am Sonnabend, wenn die Auricher es in der Sparkassen-Arena um 19 Uhr im Ligapokal mit den Cloppenburgern zu tun bekommen. Etwas Besonderes sind aber alle Aufeinandertreffen in den letzten Jahren gewesen.

 

 Denn dann lassen sich zwei Trainer gegenseitig nicht in die Handballkarten gucken, die sonst dicke Freunde sind und viel gemeinsame Sache machen: Arek Blacha auf Seiten des OHV, geboren in Polen, und Barna-Zsolt Akascos auf der Bank des TV Cloppenburg, geboren in Rumänien.

 

Trainer gemeinsam bei der SG VTB Altjührden

 

Sie kennen sich seit rund 20 Jahren aus der Zeit, als sie gemeinsam für die SG VTB Altjührden spielten. Der eine hat den anderen dort auch trainiert. Sowohl der drei Jahre ältere Akascos Blacha als auch umgekehrt. Daraus entwickelte sich eine Beziehung, die über den Handball hinausgeht. Die Familien sind auch privat befreundet.

 

Wenn die beiden Trainer unter sich sind, dann wird gefachsimpelt. Zusammen haben sie auch den A-Lizenz-Lehrgang besucht. „Wir verstehen uns super. Arek ist genau so handballverrückt wie ich. Er ist ein Taktikfuchs und zaubert während der Spiele oft Dinge aus dem Hut, da wunder selbst ich mich“, äußert sich Akascos mit Blick auch auf das Spiel seiner Mannschaft beim OHV auf der Facebookseite des TV Cloppenburg.

 

Cloppenburger Trainer hört am Saisonende auf

 

„Er soll nicht so bescheiden sein“, kontert Blacha. Er, Akascos, sei ein erfahrener Trainer. „Er weiß, wie das funktioniert und kann eine Mannschaft sehr gut vorbereiten“, sagt Blacha. Akascos trainiert die Cloppenburger Mannschaft seit der Saison 2017/18. Am Ende dieser Saison aber ist Schluss. Hat er für sich entschieden. Ende Januar dieses Jahres informierte er die Vereinsverantwortlichen. Grund für den Rückzug ist für ihn der hohe Aufwand, den er für das Traineramt in der 3. Liga betreiben muss. Die Cloppenburger waren Ende der Saison 2019/20 aus der Oberliga aufgestiegen und hatten seitdem die Trainingseinheiten auf fast täglich erhöht. Solange das coronabedingt möglich war. Akacsos aber wohnt in Bockhorn und ist beruflich in Nordenham tätig. Nicht selten beginnt für ihn ein Wochentag um fünf Uhr und endet zwischen zehn und elf Uhr am Abend.

 

Als er seinen Rückzug bekanntgab, lief im Handball coronabedingt nichts. Sein Wunsch damals war es, mit der Mannschaft in dieser Saison noch ein paar Spiele bestreiten zu dürfen. Mit der Teilnahme am Ligapokal erfüllt sich sein Wunsch jetzt. Zum Auftakt gab es allerdings beim TSV Altenholz mit 21:47 Toren eine herbe Niederlage. Akascos entschuldigte sich anschließend für die Leistung seiner Mannschaft dort. Die zeigte am vergangenen Sonntag gegen die zweite Mannschaft der Berliner Füchse schon ein deutlich besseres Gesicht. Auch wenn am Ende eine erneute Niederlage stand. Die fiel mit 32:34 allerdings knapp aus.

 

OHV gegen Cloppenburg immer enge Geschichten

 

Spiele zwischen dem OHV und den Cloppenburgern sind in der Vergangenheit immer enge Geschichten gewesen. In der Saison 2018/19, der Saison, in der der OHV nach seinem Abstieg aus der 3. Liga ungeschlagen Meister wurde und wieder aufstieg, hatte er sich gegen die Cloppenburger schwergetan. 33:29 hatte er das Heimspiel gewonnen, 29:27 das Rückspiel. Jetzt also das Aufeinandertreffen im Ligapokal. Dort haben sich die Auricher mit ihrem Sieg am vergangenen Sonnabend beim TSV Altenholz in eine gute Position gebracht, um sich für die Teilnahme am DHB-Pokal zu qualifizieren.

 

Ihre personelle Ausgangslage für das Spiel gegen den TV Cloppenburg ist ähnlich wie vor einer Woche. Mit dem Unterschied, dass Torwart Edgars Kuksa wieder trainiert. „Er wird auch dabei sein“, sagt OHV-Teammanager Ewald Meyer. Hinter Kuksas Einsatz steht jedoch ein Fragezeichen. Er fehlte zuletzt wegen Schulterproblemen. Torwart Marten Jungvogel muss hingegen weiter fußverletzt aussetzen. Deshalb gehört Austen Müller aus dem Verbandsligateam des OHV Aurich, wie schon im Spiel beim TSV, wieder zum Kader.

 

Fehlen wird im Team des OHV weiterhin Josip Crnic. Er war im Spiel gegen den SC Magdeburg II schulterverletzt ausgeschieden. Zwar ohne schwerwiegende Folgen, wie eine MRT-Untersuchung jetzt ergeben hat. Für einen Einsatz gegen den TV Cloppenburg ist es aber zu früh. „Die Schwellung muss erst abklingen“, sagt Meyer. Zum Spiel sind in Pandemiezeiten auch diesmal wieder keine Zuschauer zugelassen. Es ist aber live kostenpflichtig im Internet (sportdeutschland.tv) zu sehen.

 

 

Barna-Zsolt Akascos
Arek Blacha
In der Saison 2018/19 war der TV Cloppenburg erster Gegner des OHV (mit Ball Jannes Hertlein) nach dem Abstieg der Auricher aus der 3. Liga in die Oberliga. In dieser Saison wären beide Teams in der 3. Liga aufeinandergetroffen. Dazu kam es coronabedingt nicht. Am Sonnabend stehen sich jetzt aber beide Teams im Ligapokal gegenüber. Archivfotos: Wolfenberg
 

Die OHV-Geschäftsstelle bleibt coronabedingt bis auf Weiteres geschlossen!